802.11r

Standard für schnelles WLAN-Roaming verabschiedet

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Bereits 2004 ins Leben gerufen, hat IEEE 802.11r, der WLAN-Standard für die nahtlose Weiterführung von VoIP-Gesprächen beim Wechsel des Access-Points, nun Marktreife erlangt.

Wenngleich die IEEE-802.11-WLAN-Standards ursprünglich für einen einzelnen Access-Point (AP) definiert wurden, werden in Büros und Campus-Netzen gleich mehrere Dutzende von Zugangspunkten benötigt. Im Normalfall können Endgeräte zwar von einem zum nächsten Access-Point wechseln, der Übergang dauert jedoch rund 100 Millisekunden - plus einige Sekunden, um via 802.1x authentifizierte Verbindungen wieder herzustellen. Hier soll der neue Standard 802.11r, auch bekannt als Fast Basic Service Set Transition, Abhilfe schaffen. Er erlaubt es dem Netz, an einem neuen Zugangspunkt Sicherheit und Dienstgüte für das Endgerät einzurichten - und das bereits vor dem Roaming-Prozess. Auf diese Weise kann der Handover in weniger als 50 Millisekunden stattfinden - die Voraussetzung für unterbrechungsfreies, da für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbares Sprach-Roaming.

Der WLAN-Standard 802.11r soll Störungen beim Wechseln des Zugangspunkts abstellen.
Der WLAN-Standard 802.11r soll Störungen beim Wechseln des Zugangspunkts abstellen.

Obwohl das Standardisierungsgremium IEEE bereits seit vier Jahren an 802.11r arbeitet und das Konzept seit 2005 feststand, wurde der Standard erst in diesem Sommer formell gebilligt und veröffentlicht. Die Anbieter behalfen sich bislang, indem sie niedrigere Sicherheitslevels für VoIP-Gespräche im WLAN zuließen (etwa WEP-Verschlüsselung) und VoIP-Traffic zum Schutz der restlichen Daten im Netz in separaten VLANs transportierten. Alternativ setzten sie Technik ein, die dem noch nicht freigegebenen 802.11r-Standard sehr nahe kam - eine gängige Praxis, wenn man an den Turbo-WLAN-Standard 802.11n (Draft-N) denkt.