Business Report

Stagnation im Linux-Softwaremarkt

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
Ist die Luft raus aus dem Linux-Markt? Einige Zahlen jedenfalls sprechen von einem deutlich moderateren Wachstum als in den vergangenen Jahren.

Die diesjährige Konferenzmesse Linuxworld vom 15. bis 17. November in Frankfurt am Main wird für einige Stammbesucher ein überraschendes Bild abgeben. Firmen wie IBM, Sun oder Veritas, in den vergangenen Jahren immer mit großen Ständen vertreten, werden sie diesmal regelrecht suchen müssen oder gar nicht vorfinden. Das Bild bestimmen die kleinen Präsentationen.

Kersten Bassow, Geschäftsführer des Münchner Marktforschungsunternehmens Nomina GmbH und jahrelanger Beobachter der Open-Source-Szene, sieht eine deutliche Veränderung: "Aus der Branche hört man Stimmen: Wir schauen wieder mehr auf die Lösungen und nicht mehr auf die Betriebssysteme." Das sei auch verständlich; denn die Lösung sollte im Vordergrund stehen und erst an zweiter Stelle die Entscheidung für eine Plattform.

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  • in welchen Bereichen das Angebot an Linux-fähigen Programmen stagniert;

  • was mögliche Ursachen dieser Entwicklung sind;

  • wo sich noch etwas tut;

  • dass offenbar Linux- Varianten ganz bestimmter Programme fehlen.

Bassow bemerkt: "Es passiert nicht mehr so wahnsinnig viel im Linux-Bereich." Das belegen die Zahlen, die Nomina alljährlich zur Linuxworld über das Angebot an Software für das quelloffene System veröffentlicht. In der "Isis"-Software-Datenbank sind jetzt 2492 entsprechende Programme erfasst. Das sind gerade einmal 6,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von 2003 auf 2004 hatte Nomina noch eine Zunahme des Angebots um 28 Prozent festgestellt.

Doch diese Zahlen können täuschen. Das Angebot von Linux-Lösungen bewegt sich nämlich auf einem ausgesprochen hohen Niveau. Im Jahr 2001 gab es erstmals mehr Applikationen für das quelloffene Betriebssystem als für jedes konkurrierende Unix-Derivat. Heute existieren fast 2500 Linux-fähige Programme und damit rund doppelt so viele wie für die Unix-Versionen AIX von IBM, HP-UX von Hewlett-Packard und Sun OS/Solaris von Sun, die bei jeweils knapp über 1200 Anwendungen etwa gleichauf liegen.

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