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Stadt Mannheim wechselt auf Linux

12.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach dem international beachteten Linux-Projekt in München hat sich mit Mannheim eine weitere deutsche Großstadt für einen Wechsel von Windows auf das Open-Source-Betriebssystem entschieden: 110 Server, 150 Fachanwendungen und 3700 PCs will die Kommune auf Linux umstellen. Wie die Stadtverwaltung erst jetzt mitteilte, sei der Startschuss für das Projekt bereits im Jahr 2004 gefallen. Grundlage der Entscheidung waren demnach Empfehlungen des Bundesinnenministeriums und der EU, in der öffentlichen Verwaltung verstärkt Open-Source-Software einzusetzen.

Flexibilität und mehr Sicherheit waren die wichtigsten Gründe für das Vorhaben, erläuterte Gerd Armbruster aus dem Fachbereich IT der Stadt Mannheim: "Natürlich erwarten wir von dieser Migration auch langfristig eine deutliche Kostenreduktion, schon alleine bei den Softwarelizenzen. Wir wollen aber vor allem unsere Wahlfreiheit bei den technischen Angeboten sicherstellen und unsere IT sicherer machen." Ähnlich wie im Fall München spielte auch in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs der auslaufende Support für das Microsoft-Betriebssystem Windows NT eine Rolle (siehe München wird erste deutsche Linux-Großstadt). Investitionen in die IT-Infrastruktur wären deshalb in jedem Fall nötig gewesen.

Im Gegensatz zu den Bayern setzt Mannheim laut eigenen Angaben auf eine "sanfte Migration": Zuerst wolle man die Basisinfrastrukturdienste auf den Servern umstellen, erst danach die PCs der Angestellten. Dieses Vorgehen reduziere den Schulungsaufwand und sorge dafür, dass die Mitarbeiter den Veränderungen positiv gegenüber ständen. Dabei helfen soll der IT-Konzern IBM, mit dem die Stadt eine Kooperation eingegangen ist.

Begonnen hat das IT-Team bereits mit der Migration der Mail-Infrastruktur. Unter anderem soll dabei die Synchronisation mit Pocket-PCs, Palm- und Blackberry-Endgeräten ermöglicht werden. In einem zweiten Projekt migriert die Verwaltung alle Anmelde-, Datei- und Druckdienste auf Linux. Diese Vorhaben will man bis zum Jahresende abschließen. Der Internetauftritt der Stadt Mannheim setzt bereits auf dem quelloffenen Betriebssystem auf. (wh)