Lichtblick inden USA

Stabiles Deutschlandgeschäft hilft der Telekom

05.08.2010
Das stabile Geschäft auf dem Heimatmarkt hat der Deutschen Telekom im zweiten Quartal den Rücken gestärkt.
Telekom-Chef René Obermann (Fotos: Deutsche Telekom)
Telekom-Chef René Obermann (Fotos: Deutsche Telekom)
Foto: Telekom AG

In Deutschland lieferte vor allem der Mobilfunk starke Zahlen und machte den Rückgang im Festnetz wett. Beim Sorgenkind USA sorgte ein kräftiger Anstieg der mit mobilem Internet erwirtschafteten Umsätze für eine erste Stabilisierung. "Auf der Basis dieses guten ersten Halbjahres können wir die Planung für das Gesamtjahr noch einmal bestätigen", sagte Vorstandschef Rene Obermann laut Mitteilung am Donnerstag in Bonn. Insgesamt verdiente die Telekom aber weniger. Der Überschuss wurde von der Entkonsolidierung der britischen Tochter belastet. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel deutlich nach. Händler verwiesen unter anderem auf Gewinnmitnahmen, nach dem jüngsten Kursanstieg.

Auf dem Heimatmarkt, der mehr als ein Drittel der Umsätze des Konzerns Umsatz macht, konnte die Telekom ihren Umsatz stabil halten und den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 2,4 Prozent steigern. Die Verluste bei den klassischen Festnetzanschlüsse wurden kleiner - mit 315.000 der niedrigste Wert seit Ende 2005. Im Mobilfunk hatte die Telekom rund 1,6 Millionen weniger Kunden. Grund hierfür war den Angaben zufolge vor allem die Ausbuchung inaktiver Prepaid-Karten. Die Telekomkonzerne sind inzwischen verpflichtet, Prepaid-Karten, die nicht mehr genutzt werden, aus ihren Beständen auszubuchen.

Mehr Smartphones in den USA verkauft

In den USA konnte die Telekom mehr Smartphones verkaufen und so nicht nur die Zahl der lukrativen Vertragskunden, sondern auch die Datenumsätze steigern. Die allein aus Mobilfunkdienstleistungen generierten Service-Umsätze gingen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent auf 4,6 Milliarden Dollar zurück. Der Gesamtumsatz entwickelte sich auf Dollar-Basis stabil, in Euro legte er um 6,9 Prozent zu. Allerdings sank der operative Gewinn um knapp fünf Prozent. Analysten hatten schon im Vorfeld befürchtet, dass die Telekom sich mehr Kunden mit einem niedrigeren Gewinn erkaufen müsste.

Schwach lief das Geschäft insbesondere in Osteuropa. In Griechenland brachen Umsatz und operativer Gewinn jeweils um fast zehn Prozent ein. Noch stärker fiel der Gewinnrückgang in Tschechien, der Slowakei und Bulgarien. Nachdem erst im vergangenen Sommer die europäischen Mobilfunk- und Festnetzaktivitäten auseinander dividiert wurden, gibt es ab dem zweiten Quartal nur noch ein Segment Europa, das Süd- und Osteuropa einschließt.

T-Mobile UK entkonsolidiert - Gewinn daher stärker rückläufig

Die britischen Tochter T-Mobile UK, die die Telekom in ein Joint Venture mit France Telecom eingebracht hatte, wird seit diesem Quartal aus den Konzernzahlen herausgerechnet. Aus diesem Grund fiel der Gewinnrückgang noch stärker aus. So ging der bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 4,7 Prozent auf 5,0 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz sank um 4,4 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Ohne die Anpassung um T-Mobile UK wäre der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent gestiegen, der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hingegen um 1,9 Prozent gesunken.

Unterm Strich verdiente die Telekom 475 Millionen Euro nach 521 Millionen Euro im Vorjahr. Hier wirkte sich die Entkonsolidierung der britischen Tochter besonders negativ aus. Den Effekt herausgerechnet hätte der Überschuss um 20,5 Prozent zugelegt und die Erwartungen der Analysten in etwa getroffen. (dpa/tc)