Indilinx Everest 2 Controller mit SATA 6 Gb/s

SSD-Test - OCZ Vertex 4

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
OCZ setzt bei der neuen Vertex 4 nicht mehr auf die schnellen SandForce-Controller der Vorgänger Vertex 2 und Vertex 3. Mit dem eigenen Indilinx Everest 2 will OCZ seinem SSD-Topmodell Vertex 4 hohe Performance in allen Bereichen sowie Zuverlässigkeit und Langlebigkeit spendieren.

Produktdaten: Seit ihrer Vorstellung im März 2011 zählt die OCZ Vertex 3 mit zu den schnellsten SSDs im 2,5-Zoll-Formfaktor. Als einer der ersten Anbieter setzte OCZ auf den SandForce-Controller SF-2281 mit SATA 6 Gb/s. Selbst Intel setzt seit Februar 2012 bei der SSD 520 Series auf SandForce. Neben den sequenziellen Transferraten von rund 500 MByte/s überzeugt die SF-2281-SSDs mit sehr hoher Performance in Praxisszenarien und I/O-intensiven Workloads.

Bei der neuen Vertex 4 wechselt OCZ auf die Controller-Technologie von Indilinx - das Unternehmen wurde im März 2011 übernommen. Seit Anfang 2012 findet die Technologie bei der OCZ Octane in Form des Indilinx-Everest-Controllers Verwendung. Die Performance ist gut, liegt allerdings hinter SF-2281-Konkurrenten zurück, besonders bei den IOPS. Die Vertex 4 nutzt die verbesserte zweite Controller-Generation Everest 2 mit SATA 6 Gb/s. Während die SandForce-Controller insbesondere bei komprimierbaren Daten eine sehr hohe Leistung erzielen, ist die Performance der Indilinx-Modelle unabhängig von der Komprimierfähigkeit der Dateien.

Neben TRIM-Support verfügt der Everest 2 über AES und eine automatische Verschlüsselung. Zum Puffern von Daten steht dem Indilinx Everest 2 in der Vertex 4 mit 512 GByte Kapazität ein 1024 MByte großer Cache zur Verfügung, den OCZ in zwei 512-MByte-Bausteine aufsplittet. Bei den Flash-ICs kommen synchrone 25-nm-MLC-NANDs von Intel/Micron zum Einsatz. Damit realisiert OCZ die Vertex mit den Kapazitäten 64, 128, 256 und 512 GByte. Der Indilinx Everest 2 steuert die Flash-Bausteine über acht parallele Channels an und beherrscht ein 16-Channel-Interleaving. Unser Testmodell Vertex 4 VTX4-25SAT3-512G mit 512 GByte Kapazität nutzt 16 MLC-NANDs.

Mit der Indilinx Ndurance 2.0 Technologie will OCZ durch entsprechende Algorithmen dafür sorgen, dass die Lebensdauer der Flashzellen möglichst hoch ist und die Performance auch bei hoher Kapazitätsauslastung nicht einbricht. Ndurance sorgt laut OCZ für eine automatisch Regulierung der Signalpegel, um fehlerhafte Daten schon im Ansatz zu verhindern. Außerdem bietet Ndurance dem Hersteller zufolge eine ECC-Fehlerkorrektur, die bis zu 128 Bit pro Kilobyte korrigieren kann. Bei der MTBF liegt die Vertex 4 mit spezifizierten 2 Millionen Stunden deutlich über den 1,25 Millionen Stunden der Octane. Die Vertex 3 stuft OCZ allerdings auch schon mit 2 Millionen Stunden ein. Erfahrungswerte im Praxiseinsatz über die Zuverlässigkeit gibt es durch die erst kurze Verfügbarkeit der Vertex 4 noch nicht. Im Falle eines Defektes hilft aber die sehr großzügig ausgelegte Garantiezeit von fünf Jahren - hier scheint OCZ sehr von der Zuverlässigkeit der Vertex 4 überzeugt zu sein.

Die im TecChannel-Testlabor getestete 512-GByte-Version der Vertex 4 mit der Modellnummer VTX4-25SAT3-512G kostet bei typischen Online-Händlern zirka 590 Euro. Für die 256-GByte-Variante sind rund 235 Euro fällig, das 128-GByte-Modell kostet zirka 120 Euro. Zum Vergleich: Die OCZ Vertex 3 mit 480 GByte Kapazität kostet in der Low-Profile-Variante (7 mm Bauhöhe) mit zirka 430 Euro beziehungsweise 195 Euro für die 240-GByte-Variante deutlich weniger. (Stand Preise: 25.06.12).