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SSA GT nimmt Baan unter seine Fittiche

22.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische ERP-Anbieter SSA Global Technologies (SSA GT) hat bekannt gegeben, dass er die Übernahme der niederländischen Baan abgeschlossen hat. Mit sofortiger Wirkung sei der ehemalige Konkurrent eine Tochtergesellschaft des Chicagoer Unternehmens und greife auf die gemeinsame Infrastruktur zurück. Lediglich was Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung anbelangt, verfüge Baan noch über einen gewissen Grad von Unabhängigkeit, hieß es. Auch in diesen Bereichen plant die US-Company jedoch die Zusammenarbeit zu verstärken, um Synergieeffekte zu nutzen. Zum Leiter der Baan-Führung wurde Graeme Cooksley, Executive Vize President von SSA GT, ernannt.

Die Übernahme von Baan sei ein wichtiger Meilenstein in der aktuellen Wachstumsstrategie, erklärte CEO Mike Greenough. Seiner Company sei es damit möglich, die weltweite Präsenz zu verstärken. Zudem würden die bisherigen Kunden von Baans ERP-Erweiterungen für Bereiche wie Logistik, Supply-Chain-Management (SCM) oder Customer-Relationship-Management (CRM) profitieren. Zusammen zählen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben etwa 16.500 Kunden. Der gemeinsame Umsatz im vergangenen Jahr belief sich auf knapp 610 Millionen Dollar, 160 Millionen Dollar davon waren Lizenzerlöse.

Bleibt zu hoffen, dass Baan nach den Turbulenzen in den letzen Jahren nun endlich einen sicheren Hafen gefunden hat. Die defizitäre Softwareschmiede wurde im September 2000 vom britischen Mischkonzern Invensys für 708 Millionen Dollar übernommen und in seine Sparte Production-Management eingegliedert. Um profitabel zu werden und seinen Schuldenberg abzubauen, schrieb der Konzern Baan neben weiteren Geschäftsfeldern Mitte April dieses Jahres zum Verkauf aus. Anfang Juni wurde dann gemeldet, dass eine Investment-Gruppe, bestehend aus Cerberus Capital Management und General Atlantic Partners (GAP), für einen Preis von 135 Millionen Dollar den Zuschlag erhielt. Baan solle mit SSA GT, einem weiteren GAP-Investment, verschmolzen werden, hieß es damals (Computerwoche online berichtete). (mb)