Neben WiMax auch LTE?

Sprint Nextel denkt über Technologie-Schwenk nach

13.07.2010
Der US-Mobilfunkanbieter Sprint Nextel denkt offenbar über einen Technologieschwenk nach.
Dan Hesse, CEO Sprint Nextel
Dan Hesse, CEO Sprint Nextel

Sprint-Chef Dan Hesse sagte der "Financial Times" (Dienstag), er erwäge, auch den Mobilfunkstandard der vierten Generation Long Term Evolution (LTE) einzusetzen. Bislang baut das US-Unternehmen Netze mit dem LTE-Konkurrenten WiMax. Sprint verfüge über ausreichend Mobilfunkfrequenzen, die für LTE geeignet wären, sagte Hesse. "Das Schöne ist, wenn man viel Spektrum hat, ist man sehr flexibel."

Sprint hat sich über die Beteiligung am Kabelanbieter Clearwire Zugang zu dessen WiMax-Netzwerk erkauft und hat damit Zugriff auf eines der ersten Mobilfunknetze der vierten Generation in den USA erhalten. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Die Platzhirsche Verizon Wirless und AT&T beginnen gerade mit dem Aufbau von LTE-Netzen. Der Zeitvorsprung sei wahrscheinlich kürzer, als er ursprünglich erwartet habe, räumte Hesse ein. Auf eine Dividende müssen die leidgeprüften Sprint-Aktionäre wohl noch etwas warten. Hesse sagte, er habe keine Eile, die Dividendenzahlung wieder aufzunehmen. Der Aufbau neuer Netzwerke habe zunächst Priorität.

Das WiMax-Smartphone "EVO 4G" baut HTC für Sprint Nextel.
Das WiMax-Smartphone "EVO 4G" baut HTC für Sprint Nextel.

In Deutschland hat sich LTE als UMTS-Nachfolger durchgesetzt. Die Telekomkonzerne, darunter auch die Deutsche Telekom , beginnen gerade mit dem Ausbau. Der Schwenk von Sprint könnte neuen Übernahmegerüchten Nahrung geben. In den vergangenen Jahren war immer wieder über eine mögliche Übernahme von Sprint durch die Deutsche Telekom spekuliert worden. Aus Sicht von Analysten wäre ein Zusammenschluss der Nummern drei und vier auf dem US-Markt sinnvoll. Telekom-Chef Rene Obermann schloss größere Übernahmen im Wert von mehreren Milliarden Euro in diesem Jahr jedoch aus. Auch hat die Telekom bislang noch keine Pläne für einen möglichen LTE-Ausbau in den USA veröffentlicht. (dpa/tc)