Sprint holt ausgelagerte IT-Funktionen zurück und verklagt IBM

26.05.2006
Der Streitwert beläuft sich auf 6,4 Millionen Dollar. Die Partnerschaft scheint zerrüttet.

Die Unstimmigkeiten zwischen Sprint und IBM haben sich offenbar zu einem handfesten Streit entwickelt. Im Januar 2006 hatte der US-amerikanische TK-Anbieter Sprint angekündigt, die umfangreichen Outsourcing-Abkommen mit IBM neu zu ordnen und einige Funktionen wieder unter eigener Regie zu betreiben. Der Beginn der Partnerschaft geht auf September 2003 zurück, als Sprint für die kommenden fünf Jahre die Anwendungsentwicklung und -wartung in die Hände von IBM legte. Im Juli 2004 wurde das Abkommen deutlich erweitert: IBM übernahm den Betrieb der Sprint-Call-Center. Der Wert des ersten Auftrags belief sich auf rund 400 Millionen Dollar, das zweite Paket hatte ein geplantes Volumen von mehreren Milliarden Dollar.

Doch die gemeinsame Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Die Differenzen scheinen derart groß, dass die Partner die Unstimmgkeiten nicht mehr ohne fremde Hilfe beheben können. Sprint beantragte vor einem Gericht in Kansas ein Gerichtsverfahren gegen IBM, weil Big Blue es im vergangenen Jahr versäumt habe, die Produktivität in dem zugesagten Maße zu verbessern. Der Streitwert beläuft sich auf 6,4 Millionen Dollar, gemessen am Gesamtvolumen der Outsourcing-Verträge ist das ein kleiner Betrag. Doch gerade das nährt die Spekulation, die Partnerschaft sei grundlegend zerrüttet.

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