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Kosten werden Ergebnis belasten

Springer drückt beim Umbau aufs Tempo

06.03.2013
Das Medienhaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt") forciert den Ausbau des Digitalgeschäfts.
Springer-Chef Mathias Döpfner will den Umbau in Richtung Digitalgeschäft forcieren.
Springer-Chef Mathias Döpfner will den Umbau in Richtung Digitalgeschäft forcieren.
Foto: Axel Springer

Vorstandschef Mathias Döpfner will sein Haus noch stärker auf das Internet ausrichten und das traditionelle Geschäft mit Magazinen und Zeitungen weiter umkrempeln. Dafür nimmt er 2013 einen niedrigeren operativen Gewinn in Kauf. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in Berlin mit. Am Aktienmarkt kamen die Nachrichten schlecht an. Experten hatten bisher ein Gewinnplus erwartet. Die im MDax notierte Aktie verlor in den ersten Handelsminuten mehr als sechs Prozent und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte Januar zurück.

DZ-Bank-Experte Harald Heider bestätigte dennoch seine Kaufempfehlung. Der Konzern verfolge konsequent seine Strategie, sich zu einem schlagkräftigen Multimedia-Haus zu wandeln. Das traditionelle Printgeschäft sei profitabel genug, um diesen Umbau zu finanzieren, schrieb er in einer Studie. Heider rechnet damit, dass Springer trotz des erwarteten Gewinnrückgangs die Dividende für 2013 stabil halten wird. Zudem sollten sich die Investitionen ab 2014 auszahlen und die Gewinne dann deutlich steigen.

Im vergangenen Jahr konnten die Berliner Umsatz und operativen Gewinn dank der starken Zuwächse im Digitalbereich steigern. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 3,3 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg um sechs Prozent auf 628 Millionen Euro. Unter dem Strich sank der Gewinn um fünf Prozent auf 276 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 1,70 Euro je Aktie erhalten. Hier hatten Analysten mit einem Anstieg gerechnet.

Der Umsatz soll im laufenden Jahr weiter steigen. 2013 rechnet Döpfner beim Erlös mit einem Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dabei geht er von sinkenden Umsätzen mit Print-Produkten aus. Der Springer-Chef will nun diesen Bereich stärker umbauen als geplant. Die Kosten dafür und die Aufwendungen für den Ausbau des Digitalbereichs werden das Ergebnis belasten: Beim EBITDA rechnet der Vorstand mit einem Rückgang im einstelligen Prozentbereich. (dpa/tc)