Spotlights/

02.02.1996

Cyber Patrol

Fuer ein "sauberes Internet" sorgt die "Cyber Patrol" der schweizerischen Procomm Information AG, Wollerau. Das PC-Programm sperrt, so verspricht der Hersteller, automatisch den Zugang zu allen pornografischen Angeboten im Netz, zudem werden saemtliche "pornografischen Worte" zensiert. Welche Inhalte getilgt werden, bestimmt eine Gruppe von Eltern und Lehrer, die das Internet laut Anbieter taeglich nach anstoessigen Inhalten durchforsten. Die Software wird zwar kostenlos ausgeliefert, wird aber nach sieben Tagen funktionsunfaehig, wenn man nicht vorher online mit Kreditkarte 70 Franken dafuer bezahlt.

Proficam

Ein CAD/CAM-Produkt "ohne Bindestrich" kuendigt die Firma Coscom, Ebersberg bei Muenchen, in einem Satz an, der verblueffenderweise zwei Bindestriche enthielt. Damit wollte das Unternehmen jedoch nicht gegen den zugegeben Bindestrich-wuetigen DV-Slang vorgehen, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass sein "Proficam" ein Windows-Loesung darstellt, bei der die beiden Funktionsbereiche CAD und CAM verschmolzen wurden, so dass es keinen Sinn mehr macht, von einem CAD-(Bindestrich)-CAM-Produkt zu sprechen.

Hyper-Braille

Nun erhalten auch Blinde Zugang zum Internet. Das deutsche Forschungszentrum fuer Kuenstliche Intelligenz GmbH (DFKI), Kaiserslautern, hat unter der Bezeichnung "Hyper-Braille" ein Computersystem entwickelt, dessen Software Dokumente nach ihrem Layout, ihrer Struktur sowie nach Schluesselbegriffen analysiert. Auf diese Weise werden etwa Rechnungen und Zeitungsartikel unterschieden und den Sehbehinderten ueber eine spezielle Benutzer- Schnittstelle zugaenglich gemacht. Ausser fuer die Recherche in Online-Diensten eignet sich die Loesung auch fuer die gaengigen Buerotaetigkeiten. Die Kosten fuer einen derartigen Arbeitsplatz liegen derzeit allerdings noch bei rund 100000 Mark.

Serviceangebot zur Erstellung von geisteswissenschaftlichen Datenbanken

Wirtschaft und Staat jammern ueber die Flaute in den Haushaltskassen. Einige Kommunen fangen gar aus Geldnot an, ihre Museen zu schliessen. Ein optimistisches Zeichen setzt in dieser bildungs-, weil finanzarmen Zeit der Muenchner Datenbankspezialist Riedel und Kohl GmbH. In Erwartung besserer Zeiten hat sich das Unternehmen entschlossen, ein umfassendes Serviceangebot zur Erstellung von geisteswissenschaftlichen Datenbanken insbesondere auf Basis von IBMs DB2 anzubieten. Als Auftraggeber sieht der Dienstleister die derzeit meist darbenden Museen, Bibliotheken, Galerien und Ausstellungsorganisatoren.