Spotlight

05.11.1993

Einen huebschen Werbegag hat sich der Muenchner Lohnprogramm- Anbieter Soft-Research ausgedacht: Unter dem Motto "Steuern, die man gerne zahlt" sammelte das Software-Unternehmen Alternativen zu den bekannten Methoden, mit denen der Staat seine Kassen fuellt. Praemiert wurde ein Vorschlag von Peter Brandt aus Ahlen: "Tausende stehen im Stau: Deshalb Parkuhren auf Autobahnen!" Dieser und zahlreiche andere Tips fuer den Finanzminister fuellen ein 140 Seiten starkes Taschenbuch, das gegen zwoelf Mark bei Soft-Research zu beziehen ist.

Der "Abkuefi" greift um sich, meint Juergen Poehler. Im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema "Downsizing" hat der Student auf den "Abkuerzungsfimmel" der Branche reagiert und ein Glossar mit den gaengigsten Kuerzeln und deren Aufloesung erstellt. Fuer 50 Mark stellt Poehler nun sein Verzeichnis zur Verfuegung. Seine Adresse: Seligenstaedter Strasse 40, 63179 Obertshausen.

Die Ardi Inc., Albuquerque, New Mexico, entwickelt derzeit an einer Software-Emu-lation, die es Anwendern ermoeglichen soll, Macintosh-Software unveraendert auf Intels IAPX-86-Rechnern einzusetzen. Nach Angaben des britischen Brancheninformationsdiensts "Computergram" unterstuetzt das Paket jedoch weder das Farb- noch das Soundsystem der Apple-Rech-ner. Auch sei es nicht moeg-lich, das Macintosh-Betriebs-system System 7 sowie den Script-Manager in die Emula-tion einzubeziehen. Hoffentlich lassen sich wenigstens ASCII-Zeichen emulieren.

Von der Systems +93 profitieren vor allem die Anwaelte der Firmen Wanko & Partner sowie Computer Associates (CA). Heinrich Wanko, Geschaeftsfuehrer des Speditionssoftware-Anbieters, beschwerte sich bereits am 18. Oktober ueber eine Ballett-Show von CA, die direkt vor seinem Messestand ablief. Nach seinen Aussagen machte deren Lautstaerke jedes Gespraech unmoeglich. Obwohl CA die Musik leiser stellte, erwirkte Wanko am 19. Oktober eine einstweilige Verfuegung gegen die Muenchener Messegesellschaft (MMG) mit dem Ziel, CA die Show zwischen 10.30 Uhr und 15.30 Uhr zu verbieten. Die MMG drohte daraufhin CA mit der fristlosen Kuendigung des Standes. CA wiederum bestand auf seiner Messeattrak-tion, die die MMG vorher genehmigt hatte, und spielte weiter - bis zum 22. Oktober, als ein Syndikus der Messegesellschaft mit mehreren Elektrikern bereitstand, um den Strom zu sperren. Jetzt wird geklaert, wer wem welche Messegeschaefte verdorben hat.