Web

Zwitschern wie Armstrong

Sportstars bei Twitter

26.08.2009
Lance Armstrong macht es vor, und auch Usain Bolt und Michael Phelps zwitschern, was das Zeug hält.
Supersprinter Bolt mangelt es auch im Netz nicht an Selbstbewusstsein.
Supersprinter Bolt mangelt es auch im Netz nicht an Selbstbewusstsein.

Der Sport-Promi von heute wartet nicht mehr auf die neugierigen Fragen von Journalisten, sondern hat die Internet-Plattform Twitter für sich entdeckt. Längst geben die Stars und Sternchen der Branche dort direkt und unaufgefordert Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden. Der überaus eifrige Twitterer Armstrong ist dabei einer der Trendsetter. Aber auch Supersprinter Bolt, der Rekord-Olympionike Phelps, die Tennisstars Andy Murray und Serena Williams sowie Basketball-Riese Shaquille O'Neal haben wie weltweit Millionen andere den Online-Kurznachrichtendienst als Plauderforum für sich entdeckt.

"Ich habe eine neue Frisur. Uh... Ich hatte das bitter nötig", schreibt zum Beispiel der siebenmalige Tour-de-France-Gewinner Armstrong. Wie Hollywood-Stars, Politik-Profis oder Rock-Idole begeben sich immer mehr Top-Sportler beim sozialen Netzwerk Twitter auch direkt mit den Fans in Kontakt - oder zwitschern sich gegenseitig zu. "Ich habe mein Bild nur geändert, weil Serena ihre Hintern-Konkurrenz sehen wollte... Ich habe keine Chance", scherzt Tennisprofi Andy Roddick und lässt die ganze Web-Welt an diesem Gespräch teilhaben. Serena Williams antwortet euphorisch: "Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott. Ich LIEBE dein Profilbild. Es ist toll!!!! Was für ein Hintern!!!"

Nicht ganz so freundlich ist der amerikanische Basketball-Rüpel O'Neal, der Englands Fußball-Ikone David Beckham via Twitter zum Duell in seiner TV-Show aufforderte. "Du schießt gegen mich nie ein Tor", höhnte O'Neal. Als Beckham nicht reagierte, legte der Hüne nach: "Lieber David Beckham, sollen zwei Millionen Twitter-Nutzer erfahren, dass Du Angst vor Shaq hast? Antworte gefälligst. Wenn Du Angst hast, besorg Dir einen Hund."

Es ist ein weltweites Phänomen, dass sich Otto Normalverbraucher und Prominente zu jeder Zeit mitteilen möchten. 140 Zeichen stehen ihnen dafür maximal zur Verfügung. Ob die Nachricht banal oder bedeutend ist, spielt dabei keine Rolle. Auch der neue Tennis-Weltranglisten-Zweite Andy Murray plappert nicht nur über Training und Turniere, sondern auch über Freizeit und Privatleben. "Hatte einen Anruf von Sean Connery - er rief an, um mir für gestern zu gratulieren. Viel besser, als jemand, der einem ein neues Telefon verkaufen will", notierte der Schotte jüngst nach einer Plauderei mit dem Ur-James-Bond.

Das letztlich geplatzte Comeback von Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher wurde bei Twitter ähnlich intensiv kommentiert wie der Weltrekord von Sprinter Bolt bei der Leichtathletik-WM in Berlin. Rad-Legende Armstrong zeigte sich erst begeistert von Schumi ("Ich freue mich so darauf, Michael Schumacher wieder fahren zu sehen. Der Größte aller Zeiten!"), und bedachte dann auch Bolts Fabel-Weltrekord von Berlin mit einem "Wow". Bolt zeigt sich auch in der virtuellen Welt selbstbewusst. Drei Tage nach dem WM-Gold über 100 Meter zwitscherte er: "Ich wurde für die Geschwindigkeit gemacht. 9,58. Wie gefällt euch das - an die Welt." Wenig später suchte der 23 Jahre alte Jamaikaner neue Herausforderer: "Wer ist schneller?" (dpa/tc)