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Sportgate beantragt Insolvenz

12.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das Internet-Portal Sportgate, an dem Ex-Tennisstar Boris Becker mehrheitlich beteiligt ist, hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg das Insolvenzverfahren beantragt. Die Gesellschafter, die am Wochenende über die Zukunft der Firma beraten haben, erzielten keine Einigung, wie die Geschäfte weitergeführt werden sollen. An der Berliner Sportgate AG hält Boris Becker mehr als 50 Prozent. Weitere Gesellschafter sind Pixelpark-Chef Paulus Neef mit fünf Prozent, die Venturepark Incubator AG, an der Pixelpark wiederum beteiligt ist, mit 35 Prozent und der Deutsche Sportbund.

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge haben laut Neef "unüberbrückbare Differenzen" zum Scheitern von Sportgate geführt. Als Gesellschafter sei er stets seinen Verpflichtungen nachgekommen, da er von dem Erfolg der Projektes "mehr als überzeugt" gewesen sei. Laut Pixelpark-Sprecherin Sabine Klisch hatte Neef einen neuen Investor gewonnen. Damit sei er seiner Verpflichtung nachgekommen, die nächste Finanzierungsrunde zu gewährleisten. Es habe immer die Option bestanden, die Mittel von Dritten zu beschaffen.

In anderen Medienberichten hieß es jedoch, der Pixelpark-Chef hätte seine Verpflichtung, neues Kapital für das Unternehmen zu stellen, nicht erfüllt. Die benötigte Summe wurde auf drei bis 4,3 Millionen Mark beziffert. Sportgate-Chef Helmut Thoma hatte Neef vorgeworfen, dass er sich trotz der vertraglichen Verpflichtung weigere, weitere finanzielle Mittel in die Firma einzubringen. Insider-Informationen zufolge hatte Becker am Wochenende Neefs Angebot abgelehnt, seine Anteile zu übernehmen.

Nun hofft das Unternehmen, einen neuen Gesellschafter zu finden. Der Vorstand um Ex-RTL-Chef Thoma sucht nach jemandem, der die Firma mit rund 20 Beschäftigten übernimmt. Das Portal, das zu einem führenden Anbieter von Sport- und Freizeit-Informationen ausgebaut werden sollte, war mit monatelanger Verspätung Ende März gestartet. Ursprünglich war für das kommende Jahr der Börsengang vorgesehen.