Spitzenmanager verdienen "weniger"

28.11.2002
Von in Alexandra
Finanzielle Abstriche müssen auch viele Vorstände der Dax-30-Unternehmen machen. Im Schnitt verdienten sie 1,3 Millionen Euro im Jahr 2001 und damit 17 Prozent weniger als zwölf Monate zuvor. Das ergab eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapiere (DSW).

Manager verdienen weniger als die Presse und Personalberater gemeinhin annehmen. Zu diesem Schluss kommt die DSW in ihrer aktuellen Studie, die auf Geschäftsberichte, schriftliche Recherchen und eigene Schätzungen beruht. Unter den Dax-30-Unternehmen ist es allein die Deutsche Bank, die mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 6,6 Millionen Euro pro Vorstand jeglichen Rahmen sprenge. Das Gros der Unternemen vergüte ihre Vorstände mit ein bis zwei Millionen Euro im Jahr.

Allerdings sind die Spannen sehr groß: Ein Lufthansa-Vorstand kam im vergangenen Jahr auf etwa 475 000 Euro, während sich der Vorstandskollege bei VW über 2,1 Millionen Euro freuen durfte. Als "völlig unangemessen" kritisierten die Aktionärsschützer die Vergütungspolitik der Deutschen Telekom. Obwohl der Wert der T-Aktie im vergangenen Jahr um 95 Prozent gesunken sei, habe der Konzern die Vorstandsgehälter um 50 Prozent erhöht. Durchschnittlich kann hier ein Vorstandsmitglied mit 1,7 Millionen Euro rechnen. Unternehmen wie BMW, Deutsche Post, Hypovereinsbank, Henkel, SAP oder RWE wurde dagegen eine ausgewogene Balance zwischen Ergebnis und Management-Vergütung bescheinigt.

Auch wenn sich die Konjunkturflaute im Geldbeutel der Manager bemerkbar machte, gebe es in den meisten der DAX-30-Unternehmen keine direkte Verbindung zwischen der Entwicklung der Unternehmenskennzahlen und der der Vergütung. Darum fordern die Aktionärsschützer, 60 Prozent des Gehalts von Topmanagern vom Ergebnis je Aktie abhängig zu machen. Ein Vergütungsausschuss solle Fixgehalt, variable Bestandteile und Pensionsregelungen festlegen und regelmäßig anhand der Firmenergebnisse überprüfen.