spass am pc

Spielend abschalten

20.10.1999
Excel und Co. sind noch nicht Abenteuer genug? Dann wird es Zeit für die Besten der aktuellen PC-Spielehits.

fleissig ist er ja. Tag für Tag verrichtet der Arbeits-PC seinen Dienst, steuert Web-Seiten an, kalkuliert in Spreadsheets, organisiert Datenbanken und formatiert Texte. Doch moderne Computer können viel mehr: Wenn Herrchen und Frauchen den Rechenknecht zwischendurch mal mit PC-Spielen füttern, verwandelt sich die triste Kiste umstandslos in ein perfektes Unterhaltungszentrum und nimmt den Besitzer mit in ferne Welten und fremde Dimensionen. YOUNG PROFESSIONAL stellt die derzeit interessantesten Programme vor; alle sind in einer komplett deutschsprachigen Version für rund 90 bis 100 Mark im Handel zu haben.

Command & Conquer 3:

Tiberian Sun

Taktisch denken und strategisch angreifen: Wer sich das zutraut, für den ist Command & Conquer 3 (Hersteller: Westwood) das richtige. Als virtueller Feldherr sieht der Spieler aufwendig gemalte Schlachtfelder von oben, baut mit wenigen Mausklicks Basislager und Waffenfabriken, sammelt Rohstoffe, produziert Panzer und Soldaten, und schickt sie in den Kampf. Weil Tiberian Sun in Echtzeit spielt, sind neben sorgfältiger Planung auch schnelle Reflexe gefragt; immerhin läßt sich die Spielgeschwindigkeit regulieren. Die rund 30 abwechslungsreichen Einsätze sind in eine packende Handlung mit gefilmten Zwischensequenzen eingebettet. Zwei Parteien kämpfen um die Macht und darum, zuerst das Geheimnis um das seltene Element Tiberium zu enträtseln. Für jede der beiden Seiten liegt eine CD in der Packung. Vor der ersten Mission entscheidet der Spieler, ob er zuerst mit den etwas konventionelleren Armeen der GDI oder den ausgefalleneren Einheiten der NOD antreten

möchte - letztere verfügen sogar über unsichtbare Truppen. Command & Conquer 3 bietet einen gut gemachten Mehrspieler-Modus. Damit sind sowohl Partien im Firmen-Netzwerk sowie per Internet möglich.

Hardware: Command & Conquer 3 läuft ab Rechnern mit Windows 95/98 und einem Pentium 200, 32 MByte RAM, ausreichend schnell. Eine spezielle 3D-Karte benötigt es nicht. Das Programm läuft auch auf flotten Notebooks gut - allerdings nur auf solchen mit Farbdisplay.

Drakan

Hübsche Heldinnen mit ausgeprägten Rundungen sind seit dem Riesenerfolg von Cyber-Girlie Lara Croft schwer angesagt in der Spieleszene. Auch die Hauptfigur in Drakan (Hersteller: Psygnosis) setzt ganz auf optische Reize - aber glücklicherweise hat die amazonenhafte Kämpferin Rynn noch mehr zu bieten. Und sie ist nicht allein unterwegs, ein Helfer in Gestalt des Drachen Arokh steht ihr zur Seite. Gemeinsam mit dem Fabelwesen will sie ihren Bruder aus den Klauen eines finsteren Magiers befreien.

Rynn ist für Kämpfe auf dem Boden zuständig. Mit einfachen Mausbewegungen führt der Spieler Schlag- und Hiebkombinationen aus und schickt so Horden von Monstern ins PC-Jenseits. Wenn größere Entfernungen zu bewältigen sind, steigt sie auf den Rücken des Begleiters, und der Spieler hat völlige Bewegungsfreiheit in der gewaltigen Landschaft. Arokh schwingt sich - prächtig animiert - mit schweren Flügelschlägen in die Höhe, liefert sich Luftkämpfe mit anderen Drachen und kann gelegentlich Biester am Boden aus sicherer Entfernung per Feueratem ausschalten. Das Programm spielt in einer der aufwendigsten Landschaften, die es bisher an Heimcomputern zu sehen gab: Riesige, schneebedeckte Hügel wechseln sich ab mit engen Höhlen, zum Schluß luftreiten die beiden durch stimmungsvoll-düstere Vulkane.

Hardware: Drakan läuft ab Rechnern mit Windows 95/98 und einem Pentium II/233, 32 MByte RAM, sowie einer gängigen 3D-Karte.

Need for Speed 4

So mancher junge Mann träumt von flotten Luxusschlitten. Im Beispiel Need for Speed 4 (Hersteller Electronic Arts) lassen sich die teuren Autos zumindest am PC schon fahren. Wagemutige liefern sich Wettrennen mit der Polizei. Das Spiel ist keine Profisimulation: Selbst unerfahrene PC-Pedaleros haben die Vehikel schnell im Griff und flitzen mit viel Spaß um die Runden. Wer mit Freunden zusammen spielen möchte, kann das entweder am gleichen PC - dann wird das Bild aufgeteilt - oder mit bis zu sieben Kontrahenten im lokalen Netzwerk; dann braucht allerdings jeder Teilnehmer seine eigene CD.

Hardware: Need for Speed 4 läuft ab Rechnern mit Windows 95/98 und einem Pentium II/233, 32 MByte RAM. Eine spezielle 3D-Karte ist zwar nicht nötig, bringt aber deutlich mehr Spielspaß.

System Shock 2

Der einzige lebendige Mensch auf einem Raumschiff - das ist die Rolle, in die System Shock 2 den Spieler versetzt. Irgendwo schlägt ein defektes Kabel Funken, leise sirren die Bordrechner, und dann steht da plötzlich ein Mutant und greift mit einer Rohrzange an. Ziemlich schnell stellt sich heraus, daß hinter dem Schlamassel auf der "von Braun" ein größenwahnsinniger Supercomputer namens Shodan steckt - im Spielverlauf kommt es allerdings zu allerlei ungeahnten Wendungen.

Das Geschehen sieht man aus der Ich-Perspektive, gesteuert wird mit einer Kombination aus Maus und Tastatur. Vor Spielstart muß der Spieler sich für eine von drei möglichen Karrieren entscheiden: Als Soldat, Computer-Hacker oder magiebegabter Spion. Je nachdem, wie die Wahl ausfiel, hat das im Spiel entscheidende Auswirkungen: Der Soldat jagt eine Wachdrohne in die Luft, der Hacker deaktiviert sie, und der Magier schleicht sich unsichtbar daran vorbei. System Shock 2 ist spannend, aber auch extrem schwierig: Zwar läßt sich die Schwierigkeitsstufe jederzeit auf "einfach" stellen, aber ein wenig Ausdauer sollte der Spieler bei diesem Ausnahmeprogramm mitbringen.

Hardware: System Shock 2 läuft ab Rechnern mit Windows 95/98 und einem Pentium II/233, 32 MByte RAM, sowie einer gängigen 3D-Karte.

*Peter Steinlechner ist Redakteur beim PC-Spielemagazin GameStar.

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