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Spieleentwickler: Eidos legt zu, Take-Two schwächelt

05.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Spielehersteller Take-Two Interactive Software meldet für das erste Geschäftsquartal 2003/2004 – wie befürchtet – schwache Zahlen: Im Ende Januar abgelaufenen Dreimonatszeitraum erwirtschaftete der Entwickler von Videospielen wie "Grand Theft Auto" 375,5 Millionen Dollar Umsatz – neun Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Der Nettogewinn sank gleichzeitig um 38 Prozent von 51,5 Millionen auf 31,8 Millionen Dollar oder 70 Cent pro Aktie. Take-Two entsprach damit der internen Ergebnisvorgabe, enttäuschte jedoch bei den Einnahmen. Die Spieleschmiede hatte im Februar ihre Gewinnprognose von 1,10 Dollar auf 70 Cent pro Aktie zurückgeschraubt. Wegen der anhaltend schwachen Nachfrage nach einigen Spielen, darunter "Max Payne 2", sowie dem verspäteten Start der Xbox-Version von "Mafia" in den USA stellte die Company damals

gleichzeitig statt der bislang erwarteten 412 Millionen nur 385 Millionen Dollar Umsatz in Aussicht.

Auch das laufende zweite Geschäftsquartal verläuft nicht wie geplant: Da die japanische Version von "Grand Theft Auto: Vice City" erst im nächsten Quartal auf den Markt kommt, soll der Gewinn pro Aktie nur 33 Cent betragen - sechs Cent niedriger als bislang erwartet. Die Verschiebung soll sich jedoch nicht auf das Jahresergebnis auswirken, so Take-Two.

Vergleichsweise gut schlug sich der britische Spielehersteller Eidos ("Tomb Raider"), der Zahlen für die erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (Ende: 30.Juni 2004) vorlegte: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchte das Unternehmen aus Wimbledon zwar einen Umsatzrückgang um zwölf Prozent auf 78,7 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro). Der Nettogewinn stieg dagegen von 4,4 Millionen auf 6,3 Millionen Pfund (zirka neun Millionen Euro). Die Spieleschmiede war erst im vergangenen Fiskaljahr nach drei Verlustjahren wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt (Computerwoche.de berichtete).

Gleichzeitig gaben die Briten die Übernahme des dänischen Konkurrenten IO Interactive bekannt. Eidos zahlt für den Hersteller von Spielen wie "Hitman" 23 Millionen Pfund in bar Weitere fünf Millionen Pfund will Eidos zahlen, wenn IO Interactive binnen der nächsten vier Jahre bestimmte Ziele erreicht. (mb)