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Spielebranche lässt US-Venture-Capitalists kalt

04.07.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Obwohl der US-Markt für Videospiele und -konsolen brummt, investieren Risikokapitalgeber nur sporadisch in junge Unternehmen dieses Segments. Nach Untersuchungen von Thomson Venture Economics betrug das Gesamtvolumen der Investments in US-amerikanische Spiele-Startups 2002 lediglich 37 Millionen Dollar. Im vorangegangen Jahr hatten die Wagniskapitalgeber noch 66,9 Millionen Dollar in den Bereich gesteckt. Gleichzeitig, so fanden die Marktforscher der NPD Group heraus, kletterten die Einnahmen aus dem Verkauf von Videospielen und -Konsolen in den USA 2002 um zehn Prozent und erreichten mit 10,3 Milliarden Dollar ein neues Rekordniveau.

Der anhaltende Einbruch im VC-Geschäft seit dem Jahrtausendwechsel ist nur ein Grund für die Zurückhaltung der Beteiligungsgesellschaften bei Spiele-Startups. Vielen von ihnen ist das Risiko schlichtweg zu hoch. Historisch gesehen schafften zwar viele im Spielegeschäft tätigen Firmen mit einem großen Hit den Durchbruch, erklärt Jon Callaghan, Managing Director von Globespan Capital Partners gegenüber dem "Wall Street Journal". Da auf jeden Kassenschlager Dutzende von Flops kämen, sei ein Investment für VCs jedoch schwierig. Zugleich dominierten Big Player wie Electronic Arts, Sony oder Microsoft die Branche.

Trotz dieser Bedenken stieg Callahans Gesellschaft im April als Lead-Investor bei dem jungen Spiele-Startup Sorrent ein. Die 2001 gegründete Company aus San Mateo, Kalifornien, sicherte sich in der zweiten Finanzierungsrunde 5,5 Millionen Dollar. Sorrent entwickelt interaktive Spiele für drahtlose und Internet-fähige Geräte. Den Vertrieb der Software übernehmen dabei Mobilfunkbetreiber wie der US-Carrier Sprint. (mb)