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Spielebranche hat großes Potenzial für deutsche Wirtschaft

22.08.2013
Die Branche der Computer- und Videospiele erhält wachsende Wertschätzung von Seiten der Politik. Sie hat großes Potenzial für den Standort Deutschland. Doch um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, brauche es ein Förderungsprogramm, sagt der Verband BIU.

Die Computer- und Videospielebranche hat an die Politik appelliert, die Bedeutung der Branche für den Standort Deutschland nicht zu unterschätzen. Bereits heute erwirtschafte die Branche annähernd zwei Milliarden Euro Umsatz pro Jahr, teilte der Branchenverband BIU am Donnerstag mit. Um weiterhin das Wachstumspotenzial auszuschöpfen, werde aber ein nachhaltiges Förderkonzept benötigt. Die deutsche Computerspielbranche drohe andernfalls im internationalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren.

Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU e.V.
Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU e.V.
Foto: BIU / Uwe Klössing

"Wir sind sehr dankbar für die uns bislang entgegengebrachte Aufmerksamkeit durch die Politik", sagte Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU. Die Spielebranche rückt immer stärker auch als Faktor für den Standort Deutschland in den Blick. "Wir sehen hier so viele Politiker wie nie zuvor", sagte Schenk. Zu den Besuchern der Spielemesse Gamescom gehörte am Mittwoch auch Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).

Die Spielebranche sei ein wichtiger Faktor mit hohem Potenzial für die Kultur- und Kreativwirtschaft, aber auch für die gesamte deutsche Wirtschaft, stellte Schenk heraus. Eine Vielzahl von Technologietransfers strahle von der Branche ab. So habe sie maßgeblich die Entwicklung von leistungsfähiger Computer-Hardware vorangetrieben. Interaktive Inhalte würden vermehrt auch in der Chemie- und Automobilindustrie genutzt. Und die berührungslose Bewegungssteuerung, wie etwa Microsofts Kinect, werde inzwischen in Bereichen wie der Chirurgie eingesetzt, wo es besonders um Hygiene gehe.

Für eine bessere Interessenvertretung wollen die beiden Spitzenverbände BIU, der die Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware vertritt, und die G.A.M.E. als Vertreter von etwa 80 Unternehmen der Branche, künftig zusammengehen. Mit der geplanten Fusion entstehe ein mehr als hundert Mitglieder starker Branchenverband. Er soll die Interessen der Industrie in Deutschland "künftig mit einer Stimme vertreten", hieß es. (dpa/tc)