Web

 

Spieglein, Spieglein an der Wand, wie viel Geld nehmen die CIOs 2007 in die Hand?

19.12.2006
Bewahrheiten sich die Voraussagen der IT-Propheten, müssen die IT-Anbieter im kommenden Jahr ihre Gürtel etwas enger schnallen.

Nach einem guten IT-Jahr 2006 blicken die Analysten von Forrester, Gartner und IDC dem kommenden Jahr nicht mehr ganz so optimistisch entgegen. Sie befürchten offenbar, dass sich die Anwender in den nächsten zwölf Monaten nicht so spendabel zeigen werden, was ihre IT-Investitionen betrifft, wie noch im zurückliegenden Jahr.

Die Analysten von Forrester Research rechnen 2007 mit etwas geringeren Steigerungsraten der IT-Ausgaben als noch im laufenden Jahr. Demnach würden die Chief Information Officer (CIOs) in der Region Emea 424 Milliarden Dollar für IT-Anschaffungen in die Hand nehmen. Das sind rund vier Prozent mehr als 2006. Im Vergleich der Jahre 2005 und 2006 waren die IT-Ausgaben in der alten Welt noch um fünf Prozent gewachsen. Auch in den USA werden die IT-Verantwortlichen ihre Börsen weniger oft zücken als noch in den vergangenen Monaten. Insgesamt rechnen die Experten hier mit einem Investitionsvolumen von 527 Milliarden Dollar, fünf Prozent mehr als in diesem Jahr. In der Jahresfolge 2005 auf 2006 verbuchten die IT-Anbieter noch ein Plus von sechs Prozent.

Weltweit rechnen die Analysten mit IT-Ausgaben in Höhe von 1,55 Billionen Dollar. Nach zwei Jahren mit Wachstumsraten von acht Prozent verlangsamt sich der Investitionszuwachs damit um zwei Prozentpunkte auf sechs Prozent.

Auch die Analysten von Gartner haben sich zuletzt vorsichtiger über ihre Erwartungen für 2007 geäußert (siehe auch: Gartner reduziert IT-Investitionsprognose für große Anwender). Laut einer Umfrage unter großen Anwenderunternehmen geraten deren IT-Budgets zunehmend unter Druck. Nachdem die Konzern-CIOs vor einem halben Jahr noch tönten, sie würden 2007 rund sechs Prozent mehr Geld für IT in die Hand nehmen als noch in diesem Jahr, klangen die Antworten auf die gleiche Frage kürzlich deutlich verhaltener. Plötzlich war nur noch von einem durchschnittlichen Wachstum in Höhe von 2,8 Prozent die Rede.

Eine Reihe von Faktoren hätten die Unternehmen genötigt, ihre Investitionsprognose seit dem ersten Halbjahr 2006 zu reduzieren, sagte Jed Rubin, Director Gartner Consulting. 2006 hätten die Firmen mehr Geld ausgegeben, um ihr Kerngeschäft zu unterstützen. Dazu gehörten Ausgaben für zunehmend komplexe Infrastrukturen sowie Anforderungen von Applikationen, steigende Energiekosten, regulatorische Erfordernisse und andere Kosten für den Geschäftsbetrieb. Diese gestiegenen Betriebskosten hätten Budget-Ressourcen aufgefressen, die eigentlich für strategische Investitionen vorgesehen waren. Künftig würden die Unternehmen vor allem daran arbeiten, ihre Kostenstrukturen zu optimieren.

Bei IDC rechnet Frank Gens, Senior Vice President of Research, für 2007 mit einem weltweiten Plus bei den IT-Ausgaben in Höhe von 6,6 Prozent (siehe auch: IDC: 2007 wird ein Jahr der Umwälzungen). Dies bedeutet in den Augen des Analysten ein moderates Wachstum. Obwohl diese Zahl auf den ersten Blick nichts Aufregendes für die kommenden Monate verspricht, rechnet der IDC-Experte mit tief greifenden Umwälzungen im globalen IT-Markt. Auf der Suche nach weiterem Wachstum würden neue Märkte in Südamerika und Asien stärker in den Fokus der IT-Anbieter rücken. Außerdem würden kleine und mittlere Unternehmen verstärkt als IT-Abnehmer adressiert. Dazu müssten die Hersteller jedoch neue Angebote wie beispielsweise Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) schnüren.

Obwohl die IT-Auguren mit ihren jüngsten Prognosen eher ein verhaltenes IT-Jahr 2007 vorhersagen, haben die Anbieter keinen Grund zum Wehklagen. Auch wenn die Budgets nicht so stark zulegen sollten wie zuletzt, wächst die Branche nach wie vor. Zu guter Letzt ist nicht gesagt, dass die Prognosen genauso eintreffen, wie sich das die Experten vorstellen. Es wäre nicht das erste Mal, dass die IT-Propheten mit ihren Vorhersagen daneben liegen. (ba)