Gegenangebot von Dish

Sperrfeuer für Sprint bei Clearwire-Übernahme

09.01.2013
Der drittgrößte amerikanische Mobilfunker Sprint Nextel bekommt bei der geplanten Komplettübernahme der Tochter Clearwire Gegenwind.
Die Zentrale von Sprint Nextel in Overland Park, Kansas
Die Zentrale von Sprint Nextel in Overland Park, Kansas
Foto: Americasroof (CC BY-SA 3.0)

Der TV-Satelliten-Anbieter Dish Networks funkt mit einer Offerte für den Anbieter von drahtlosen Netzwerken dazwischen. Dish will den Clearwire-Aktionären 3,30 Dollar je Anteil bieten, wie die Unternehmen am späten Dienstagabend in Bellevue mitteilten. Das Gebot liegt damit rund elf Prozent über der im Dezember aufgestockten Sprint-Offerte. Der Verwaltungsrat von Clearwire muss sich jetzt mit dem Dish-Gebot befassen. Bisher unterstützt die Führungsspitze den Sprint-Versuch, Clearwire komplett zu übernehmen.

Allerdings gehen Analysten davon aus, dass Dish mit der jetzt vorgelegten Offerte vor allem den Druck auf Clearwire erhöhen will, Teile des Netzes zu verkaufen. Dish hatte bereits vor der Gegenofferte Interesse an einer Übernahme an Teilen von Clearwire gezeigt, um seine Mobilfunk-Aktivitäten auszubauen. Innerhalb der jetzt vorgelegten Offerte bietet Dish für zirka 24 Prozent des Clearwire-Netzes 2,2 Milliarden Dollar in bar. Bei den Aktien würde sich das Unternehmen mit mindestens 25 Prozent zufrieden geben. Eine Komplettübernahme hätte auch kaum eine Chance, da Sprint die Mehrheit hält und mit Clearwire wiederum sein eigenes Angebot an Breitbandnetzen ausbauen will.

Sprint hält bisher etwa 51 Prozent der Anteile und will den Rest für rund 2,2 Milliarden Euro übernehmen. Der Löwenanteil der restlichen Aktien liegt bei einer Reihe von Unternehmen. Daher konnte Sprint die Tochter nicht vollständig kontrollieren. Mit der Übernahme will Sprint ein Breitbandnetz aufbauen, das es es mit den Platzhirschen AT&T und Verizon aufnehmen kann. Verlierer in dem Deal wäre die Deutsche Telekom, deren Tochter T-Mobile USA gerade den Regionalanbieter MetroPCS übernimmt, um das Netz mit zusätzlichen Frequenzen zu verstärken.

Sprint wird seinerseits gerade von der japanischen Softbank übernommen. Die Japaner kaufen für 20,1 Milliarden Dollar ein Paket von etwa 70 Prozent. Mit diesem Milliardenkauf wird Softbank der drittgrößte Mobilfunkanbieter der Welt nach China Mobile und Vodafone. Die Japaner waren als Internetkonzern groß geworden und erst 2006 mit dem Kauf von Vodafone Japan ins Mobilfunkgeschäft eingestiegen. In Japan hatte Softbank einen kleinen Anbieter gekauft und durch zahlreiche kleine Übernahmen zu einem großen Spieler aufgebaut. Ein ähnliches Vorgehen wird den Japanern auch bei Sprint zugetraut. (dpa/tc)

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