Spar-Notebook im Test: Brunen One A5613

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Brunen One A5613 kostet weniger als 400 Euro - allerdings ohne Windows-Betriebssystem. Lohnt sich das Spar-Notebook oder ist für den Billig-Laptop selbst dieser günstige Preis zu hoch?

Bei den Anbietern von Billig-Notebooks wechseln Modelle und Ausstattung extrem schnell. Denn die eher unbekannten Anbieter aus der zweiten oder dritten Reihe müssen ihre Notebooks deutlich günstiger anbieten als etablierte Markenhersteller wie HP, Toshiba oder Acer: Und was gestern noch günstig war, liegt heute im Preismittelfeld. Auch das Brunen One A5613 ist in der von uns getesteten Konfiguration schon nicht mehr erhältlich: Statt Celeron M 540 (1,86 GHz) und 120-GB-Festplatte wie im One A5613 bekommen Sie derzeit bei Brunen das One A5614 mit Celeron M 550 (2 GHz) und 160-GB-Platte. Die restliche Ausstattung ist identisch mit der in unserem Testgerät.

Tempo: Der Einzelkern-Prozessor Celeron M 540 kämpfte sich mühsam durch unseren System-Benchmark Sysmark 2007 und schaffte schließlich 38 Punkte. Ein Notebook mit Doppelkern-Prozessor, das es je nach sonstiger Ausstattung für rund 20 bis 100 Euro mehr gibt, schafft etwa 60 bis 65 Punkte. Verglichen mit noch günstigeren Mini-Notebooks wie dem Asus Eee PC ist das Brunen One aber der König: Im CPU-Test Cinebench liegt es bei 288 Punkten, während der Celeron M 353 im Asus-Zwerg 122 Punkte erreicht. Ähnlich deutlich ist der Abstand im PC Mark 05 mit 1917 gegenüber 1085 Punkten zugunsten des Brunen-Laptop. Fürs Surfen, einfache Büro-Aufgaben und DVD-Schauen reicht die Rechenleistung aus. Doch gleichzeitig mit mehreren Programmen sollte man nicht arbeiten. Und als Betriebssystem installiert man besser Windows XP als Vista ? die eingebauten 1 GB Arbeitsspeicher sind für das neue Windows-Betriebssystem zu knapp bemessen.

Ausstattung: Der Speicherplatz der Festplatte ist nicht üppig bemessen, aber ausreichend. Auch einen DVD-Brenner hat das Brunen One mit an Bord. Über vier USB-Ports bringt man Peripheriegeräte ans Notebook. Viel mehr Schnittstellen besitzt es nicht: Firewire und TV-Ausgang fehlen ebenso wie PC-Card- oder Expresscard-Steckplatz oder ein Modem. Fürs kabellose Netzwerk gibt es ein 11g-WLAN-Modul.

Ergonomie: Die Displayqualität ist recht ordentlich. Die Helligkeit beispielsweise liegt hoch, ist aber mit durchschnittlich 185 cd/m2 trotzdem zu gering, um die Spiegelungen des Glare-Panels zu überstrahlen: Fürs ergonomische Arbeiten unter freiem Himmel eignet sich das Brunen One also nicht. Farben stellt das Display recht kraftlos dar, Hauttöne wirken blass. Kontrast und Helligkeitsverteilung sind dagegen in Ordnung: Für Texte und Tabellen ist das Display also geeignet, für Film und Fernsehen weniger. Unter Last lief der Lüfter mit maximal 1 Sone: Das ist hörbar, stört aber nicht.

Mobilität: Mit dem Brunen One ist man höchstens innerhalb der eigenen vier Wände mobil. Bereits nach knapp über einer Stunde nämlich muss das Notebook wieder an die Steckdose. Für längere Ausflüge reicht das kaum, obwohl das Brunen One mit 2,56 Kilogramm nicht besonders schwer ist.

Handhabung: Die meisten Anwender dürften das günstige Brunen One vor allem zum Schreiben verwenden. Die Tastatur ist dafür gut geeignet: Sie ist stabil eingebaut, auch beim schnellen Tippen leise und die Tasten besitzen einen spürbaren Druckpunkt. Der zähe Touchpad bremst den Finger allerdings ? für die Cursorsteuerung schließt man besser eine externe Maus an.

Verarbeitung: Besonders schön ist das schwarze Kunststoffgehäuse des Brunen One nicht. Beim Anheben knarzt es vernehmlich. Doch offensichtliche Verarbeitungsmängel waren nicht erkennbar. Und für die Arbeit am Schreibtisch ist das günstige Notebook allemal robust genug.

Fazit: Viel darf man für diesen Preis nicht erwarten ? und viel bekommt man beim Brunen One auch nicht. Allerdings gibt es auch keine bösen Überraschungen, wenn man sich mit der mickrigen Rechenleistung, der bescheidenen Akkulaufzeit und der sparsamen Ausstattung arrangiert. Das Brunen One kann man daher Anwendern empfehlen, die ganz genau auf den Euro schauen und ein günstiges Zweit- oder Dritt-Notebook suchen.

Alternative: Schon für 100 bis 150 Euro mehr bekommt man deutlich mehr Leistung und Ausstattung geboten ? und meist auch noch ein Windows-Betriebssystem. Das Fujitsu-Siemens Amilo Pa 2510 mit AMD-Doppelkernprozessor und 250-GB-Festplatte beispielsweise gibt es derzeit für unter 500 Euro.