Spam: China lässt nach, aber Europa kommt gewaltig

12.04.2007
Nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Sophos, das gestern seinen neuen Quartals-Report mit den aktivsten Spam-Nationen veröffentlichte, trägt Chinas Anti-Spam-Offensive erste Früchte. Europäische Server dagegen verteilen soviel Datenmüll wie nie zuvor.

"Wir können einen deutlichen Rückgang in China zu Beginn des abgelaufenen Quartals feststellen", so Sophos-Sprecherin Carole Theriault. Ein Grund seien zwei Erdbeben an der taiwanesischen Küste während der Weihnachtszeit gewesen, die die chinesische IT-Infrastruktur schwer beschädigt hatten und damit auch den Spammern Probleme bereiteten. In der ersten Woche des Jahres trugen Chinesen nur rund zwei Prozent zum weltweiten Spam-Aufkommen bei. Neben dem Erdbeben trug auch der Vorstoß der Behörden gegen Spammer Früchte. Vor einem Jahr noch kam mehr als ein Fünftel des weltweiten Datenmülls aus China, zwischen Januar und März 2007 waren es nur noch 7,5 Prozent. Die USA, in 2006 noch für 23,2 Prozent des Spams verantwortlich, konnte sich im ersten Quartal mit 19,8 Prozent ebenfalls verbessern. Kräftig zugelegt haben dagegen die europäischen und hier besonders die polnischen Server, die mit 7,4 Prozent im ersten Quartal nahezu ebensoviel digitalen Unrat verbreiteten wie die chinesischen. Noch hat die Forderung der EU an ihre Mitgliedsstaaten, verschärft gegen Spam vorzugehen, keine Wirkung gezeigt. Im Gegenteil: Zu den zwölf aktivsten Spam-Nationen - von Sophos liebevoll "das dreckige Dutzend" getauft - zählen weiterhin auch Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien. (sh)

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