IT in Versicherungen/Kommentar

Spagat als leichteste Übung

04.02.2000

Wer höchste fachliche Herausforderungen sucht, sollte jetzt eine verantwortungsvolle IT-Position in der Versicherungswirtschaft anpeilen. Abenteuerlich erscheinen die Anforderungen, die die Strategen dieser wettbewerbsgebeutelten Branche an ihre IT-Manager stellen. Nach dem Batch-orientierten, konventionellen Alltagsgeschäft der Vergangenheit, bestimmen heute die innovativsten und technisch anspruchsvollsten IT-Anwendungen das Überleben im EU-Markt.

Höchste Priorität haben Kundenbindungs- und -gewinnungsproramme. Zwar ist das herkömmliche Geschäft der Generalagenturen weiterhin mit komfortablen Beratungsprogrammen zu unterstützen, doch muss gleichzeitig das künftige Massengeschäft via Direkt-Marketing durch attraktive Web-Auftritte forciert werden. Data Mining, komplex und teuer, ist - häufig noch gegen Widerstände - einzuführen. Schließlich sollen sich transparente Selektionsmechanismen etablieren, die einerseits ein lohnendes Cross Selling ermöglichen, andererseits aber dem persönlichen Kundenkontakt im Außendienst ausreichend Raum zubilligen. Wem ein solcher Spagat zwischen herkömmlicher Mainframe-Welt und kreativer Web-Technologie gelingt, dem dürfte die zweite große Herausforderung, eine "Allzeit-Bereit-Strategie" der IT-Abteilung, auch reizvoll erscheinen. Schließlich bestimmt nicht allein der Vertriebserfolg - so sehr er betont wird - die Positionierung im bewegten Markt der Assekuranz.

Es gilt fit zu sein für den Fall einer feindlichen Übernahme, der Fusion unter Gleichen oder beispielsweise auch "nur" der Neugewichtung von Vertriebswegen und -partnern. Die Stammorganisation wird rapide an Bedeutung verlieren, erklären Analysten. Das erfordert ein Höchstmaß von Flexibilität im IT-Management. bi