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Späte Strafe: Ex-Informix-CEO White muss wegen kreativer Buchführung ins Gefängnis

27.05.2004

Philip White, ehemaliger Chairman und CEO der 2001 von IBM geschluckten Datenbankschmiede Informix, ist wegen Wertpapierbetrug zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft des nördlichen Distrikts von Kalifornien hatte sich White bereits im Dezember 2003 für schuldig erklärt, im Juli 1997 falsche Angaben an die US-Börsenaufsicht SEC übermittelt zu haben. Laut Geständnis wusste der inzwischen 61-Jährige, dass die an einen SEC-Bericht angefügten Bilanzdaten für das Geschäftsjahr 1996 nicht korrekt waren. So hätte der Informix-Umsatz deutlich reduziert werden müssen.

Presseberichten zufolge verschwieg White eine Reihe von geheimen Vereinbarungen bezüglich Lizenzverträgen, die die Einnahmen künstlich aufblähten. Der Topmanager wollte damit eine Korrektur der Bilanzen verhindern. So hätte der Datenbankanbieter 1996 statt des ausgewiesenen Nettogewinns von 97,8 Millionen Dollar einen Verlust von 73,6 Millionen Dollar verbucht.

Zusammen mit der zweimonatigen Haftstrafe verhängte Richter Charles Breyer gegen den 61-Jährigen ein Bußgeld von 10.000 Dollar sowie zwei Jahre Bewährung und 300 Stunden gemeinnützige Arbeit. (mb)