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Quartalsverlust durch Sondereffekte

Sorgen um Nutzerwachstum lassen Twitter-Aktie einbrechen

30.04.2014
Vor einem halben Jahr war Twitter der Börsenstar. Doch die Aktie ist auf Sinkflug. Anleger sind offenbar darüber beunruhigt, dass der Kurznachrichtendienst weniger neue Nutzer anzieht als erhofft.

Die Twitter-Aktie ist nach einem enttäuschenden Nutzerwachstum auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang gefallen. Der Kurs brach am Dienstag nachbörslich um mehr als elf Prozent auf knapp 38 Dollar ein. Twitter kam zuletzt auf 255 Millionen Nutzer im Monat. "Es gibt nur wenige Unternehmen, die diese Reichweite haben", sagte Firmenchef Dick Costolo in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Twitter-Nutzer beim Börsengang im vergangenen November
Twitter-Nutzer beim Börsengang im vergangenen November
Foto: NYSE

Twitter war im November erfolgreich an die Börse gegangen. Der damalige Ausgabekurs lag bei 26 Dollar und kletterte sofort nach dem Handelsstart. Die Aktie hatte am Zweiten Weihnachtstag mit gut 73 Dollar ihren Höchststand erreicht. Seitdem ging es wieder abwärts wegen der Sorgen um die Nutzerentwicklung.

Twitter konnte von Januar bis März 14 Millionen Nutzer hinzugewinnen. Das war zwar mehr als von Oktober bis Dezember mit neun Millionen. Doch verglichen mit Rivalen wie Facebook ist es wenig. Das weltgrößte Online-Netzwerk hatte in den vergangenen drei Monaten rund 50 Millionen Leute neu angelockt und kam zuletzt auf 1,28 Milliarden Nutzer im Monat.

Twitter-Zentrale in San Francisco
Twitter-Zentrale in San Francisco
Foto: Twitter

Die Nutzerzahlen sind wichtig für Twitter: Von der Reichweite hängt die Attraktivität des Dienstes für Werbekunden ab. Anzeigen sind die größte Einnahmequelle, vor allem auf Smartphones.

Zuletzt hatte Twitter seine Anstrengungen im Werbegeschäft erhöht. Der Quartalsumsatz lag bei 250 Millionen Dollar und damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet das Management nun mit bis zu 1,25 Milliarden Dollar. Die bisherige Prognose lag bei maximal 1,2 Milliarden Dollar.

Twitter-Chef Dick Costolo
Twitter-Chef Dick Costolo
Foto: Costolo bei about.me

Trotz dieser Verbesserung scheinen die Börsianer etwas den Glauben an Twitter verloren zu haben - zumal der Kurznachrichtendienst weiterhin kein Geld verdient. Im Gegenteil: Der Quartalsverlust lag bei unterm Strich 132 Millionen Dollar nach 27 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die Verschlechterung ist eine Spätfolge des Börsengangs. Twitter muss für Aktien, die das Unternehmen seinen Mitarbeitern als Teil ihrer Vergütung gewährt, hohe Kosten verbuchen. Das hatte dem Unternehmen bereits das Ergebnis des Jahres 2013 verhagelt. Ohne Sondereffekte wäre jetzt ein kleiner Gewinn herausgekommen, rechnete Twitter vor.

Bei Twitter kann man bis zu 140 Zeichen lange Nachrichten absetzen, die auch Links zu Websites, Bildern oder Videos enthalten können. Das Unternehmen positioniert sich damit als Medium für Nachrichten. Um attraktiver für Neulinge zu werden, führt Twitter gerade ein neues Design für Nutzerprofile ein. (dpa/tc)