VDE - Trendcheck auf der CeBIT

Sorgen um ITK-Standort Europa

Florian Maier beschäftigt sich mit dem Themenbereich IT-Security und schreibt über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C. Daneben ist er für den Facebook- und LinkedIn-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) hat auf der CeBIT die Bedingungen für eine erfolgreiche Zukunft des ITK-Standortes Europa formuliert.

Die momentane Entwicklung des ITK-Standorts Europa sieht der VDE insgesamt kritisch. Abgesehen vom Thema IT-Security - wo sich Deutschland "durchaus sehen lassen" könne - gebe es in vielen Punkten Nachholbedarf. Welche konkreten Schritte nötig sind, um beim Thema Digitalisierung gegenüber der Konkurrenz aus Asien oder den USA nicht den Anschluss zu verlieren, erklärte VDE-Präsident Bruno Jacobfeuerborn im Rahmen einer Pressekonferenz auf der CeBIT 2015.

Der VDE fordert Milliardeninvestitionen in die europäische Mikrochip-Industrie.
Der VDE fordert Milliardeninvestitionen in die europäische Mikrochip-Industrie.
Foto: Uni Stuttgart / INT

Mikrochips "Made in Europe"

Die wichtigste Forderung des VDE zur Sicherung des ITK-Standortes Europa, beziehungsweise Deutschland, über das Jahr 2020 hinaus ist die Etablierung als Mikroelektronik-Standort.

Nur so könne man einerseits bei Trend-Themen wie Industrie 4.0 zum Mitgestalter werden und andererseits auch für die nötige IT-Sicherheit sorgen. Als großes Ziel formulierte Jacobfeuerborn einen Marktanteil der europäischen Mikrochip-Industrie von 20 Prozent - bis zum Jahr 2020. Hierzu seien jährliche Investitionen von rund 25 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 23,6 Milliarden Euro) nötig.

5G, Glasfaser und Support für den Mittelstand

Weitere Milliarden wird auch der vom VDE geforderte konsequente Ausbau des Glasfasernetzes und des 5G-Mobilfunknetzes verschlingen. Die Kosten hierfür könne man, so Jacobfeuerborn, jedoch nicht alleine den Netzbetreibern auferlegen. Auch die restliche Privatwirtschaft müsse in die Pflicht genommen werden.

Mehr Unterstützung wünschen sich die VDE-Verantwortlichen insbesondere auch für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Deren innovative Ideen würden es, bedingt durch die mangelnde Förderung, oft nicht zur Marktreife bringen. Die Lösung hierfür ist nach Ansicht des VDE-Präsidenten in erster Linie eine "aktive Industriepolitik, die intelligente und verlässliche Rahmenbedingungen für Innovation, Investitionen und Wachstum setzt".

Exportschlager IT-Security?

Beim Thema IT-Security sehen die Verantwortlichen des VDE den Standort Deutschland auf einem guten Weg. Sicherheit "made in Germany" sei ein Schlüsselfaktor für Industrie 4.0, Smart Cities und habe das Zeug zum Exportschlager der Zukunft.

Um dieses Erfolgspotenzial voll auszunutzen sei ein schlüssiges Gesamtkonzept für IT-Sicherheit notwendig, so Jacobfeuerborn. Das betreffe insbesondere die Entwicklung neuer Systeme - hier müssten Sicherheitsaspekte frühzeitig mit berücksichtigt werden.