Web

 

Soreon: Firmengröße entscheidet über rentablen Open-Source-Einsatz

12.10.2004
Nach Berechnungen von Soreon Research fahren Firmen mit Büroanwendungen aus dem Hause Microsoft mitunter günstiger als mit Open-Source-Pendants.

Die Marktforscher von Soreon Research kommen in einer aktuellen Studie zu dem Ergebnis, dass Firmen mit einem Umstieg von Windows auf Linux im Serverbereich nach wie vor signifikante Einsparungen erreichen können. Beim Einsatz von quelloffener Office-Software würden dagegen nur große oder global tätige Unternehmen Kostenvorteile realisieren können.

Als Begründung verweist Soreon insbesondere auf die drastisch gestiegenen Kosten für Schulung und Wartungsverträge. Diese könnten in kleinen und mittleren Unternehmen beim Umstieg auf OpenOffice sogar zu geringen Kostennachteilen gegenüber einer Microsoft-Office-Lösung führen. Auch wenn die Beschaffungskosten für Open-Source-Software nach Ansicht der Marktforscher bis zu 52 Prozent unter denen einer Microsoft-Lösung lägen, habe sich der Total Cost of Ownership (TCO) bei Open-Source auf dem Desktop über drei Jahre gesehen proprietären Produkten angenähert. Diese Rechnung erscheint allerdings - zumal bezogen auf das kostenlose OpenOffice - fragwürdig.

Kleine und mittlere Unternehmen können laut Soreon finanziell kaum von Open-Source profitieren. So müsse eine Firma mit zehn Arbeitsplätzen sowohl im Serverbereich (minus sechs Prozent) wie auch im Office-Einsatz (minus drei Prozent) geringe Kostennachteile gegenüber Microsoft-Lösungen in Kauf nehmen. Ein Unternehmen mit 100 PC-Arbeitsplätzen komme im Serverbereich auf Einsparungen von elf Prozent, auf dem Desktop sei die Verwendung von Microsoft-Produkten sogar mangels hausinternem Open-Source-Know-how um rund ein Prozent günstiger.

Deutlich besser sieht die Situation dagegen für global tätige Unternehmen aus: Diese könnten laut Soreon im Serverbereich durch den Linux-Einsatz fast 35 Prozent sparen, im Desktop-Bereich sind es acht Prozent gegenüber einer Microsoft-Office-Lösung. Ein Konzern mit 2000 PCs spart über drei Jahre bei den Servern 26 Prozent der Kosten und bei den Büroanwendungen zwölf Prozent, rechnen die Marktforscher vor.

Das Risiko, dass Open-Source-Anwender wegen Urheberrechts- oder Patentrechtsverletzungen belangt werden, schätzt Oreon minimal ein. Selbst bei einem - vor allem für einige Großunternehmen angenommenen - Restrisiko von zehn Prozent könnten Firmen weiterhin ruhigen Gewissens die aufgezeigten Einsparungspotenziale nutzen. (mb)