Services-Konsolidierung

Sopra will Übernahmeangebot für Steria vorlegen

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Im europäischen IT-Services-Markt steht weitere Konsolidierung an: Sopra hat angekündigt, ein Übernahmeangebot für Steria vorlegen zu wollen.

Im Rahmen des freundlichen Übernahmeangebots wolle Sopra eine eigene Aktie für vier Steria-Anteile bieten, teilten die Unternehmen mit (PDF-Link). Zum Stichtag 4. April entsprach die Offerte einem Wert von 22 Euro pro Steria-Aktie, ein Premium von 40 Prozent auf den Schlusskurs vom 4. April und sogar von 49 Prozent auf den gemittelten Kurs der drei vorhergehenden Monate. Vorbehaltlich verschiedener aufschiebender Bedingungen könnte die Übernahmeofferte im Mail 2014 vorgelegt werden.

Durch den Zusammenschluss entstünde ein Dienstleister mit zusammengenommen 3,1 Milliarden Euro Jahresumsatz und mehr als 35.000 Mitarbeitern in 24 Ländern. Die jeweiligen Geschäftsfelder und Geografien seien hochgradig komplementär, so Sopra und Steria (in Deutschland Steria Mummert Consulting aufgrund der Übernahme von Mummert Consulting durch Steria im Jahr 2004) weiter; man erwarte durch den Zusammenschluss signifikante Umsatzsynergien und jährliche operative Kosteneinsparungen von 62 Millionen Euro.

Pierre Pasquier, Gründer und Chairman von Sopra, würde nach der Fusion dem Verwaltungsrat vorsitzen und Steria-Chef Francois Enaud das neue Unternehmen als Chief Executive Officer leiten. Beide Unternehmen würden je vier Direktoren in den Verwaltungsrat entsenden. Die neue Gruppe würde voraussichtlich anfänglich ein Viertel ihre Einnahmen in den Bereichen Lösungsgeschäft und Business Process Services erlösen und diesen Anteil dann schnell ausbauen. Angestrebt werde mittelfristig ein starkes organisches Wachstum auf mehr als 4 Milliarden Euro Umsatz sowie eine Steigerung der operativen Marge auf 10 Prozent.

Die Stärken von Sopra liegen demnach in der starken Präsenz in Frankreich und den Branchen Banking, HR und Real Estate sowie einem effektiven Application-Management-Modell. Steria mit ebenfalls französischen Wurzeln bringt größere Reichweite in Europa (insbesondere UK) und Asien und Expertise in den Bereichen Geschäftsprozess-Services und IT-Infrastruktur-Management ein. Beide Firmen brächten es auf 8000 Mitarbeiter in Offshore- und Nearshore-Service-Centres, davon allein mehr als 6000 in Indien.