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Sony zieht sich aus dem Handheld-Markt zurück

02.06.2004

Sony hat angekündigt, in Europa und den USA künftig keine neuen Handheld-Modelle der Serie "Clié" anzubieten. Der Hersteller will die Baureihe nur noch für den japanischen Markt weiterentwickeln. Die bislang verfügbaren Modelle sollen weiterhin auch hierzulande erhältlich sein, inklusive Support im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungspflicht.

Zurzeit bewerte Sony den Markt neu, zitiert das "Wall Street Journal" einen Firmensprecher. Mobile Geräte seien jedoch nach wie vor ein Eckpfeiler der Unternehmensstrategie. Der Trend gehe aber zu Smartphones, die neben PDA-Funktionen (Personal Digital Assistant) auch Telefonie und Anbindung ans Internet bieten.

Das bestätigte IDC-Analyst Alex Slawsby: "Anwender greifen eher zum Smartphone, wenn sie einen älteren PDA durch ein neues Gerät ersetzen." Den Marktforschern von IDC zufolge hat Sony im ersten Quartal 2004 weltweit knapp 50 Prozent weniger Cliés abgesetzt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, während branchenweit ein Umsatzrückgang von 11.7 Prozent zu verzeichnen sei. Slawsby bescheinigt dem Tokyoter Unternehmen dennoch, gut im Markt für mobile Geräte aufgestellt zu sein. So entwickle Sony gemeinsam mit Ericsson in dem Joint Venture Sony Ericsson Mobile Communications AB konkurrenzfähige Smartphones. Bereits bei der Wahl des Betriebssystems für Sony-Ericsson-Geräte habe sich die Abkehr vom Clié abgezeichnet. Die Smartphones werden mit dem System des Symbian-Konsortiums ausgestattet,

während Sony mit dem Clié auf PalmOS setzt.

Auf den Entwickler des PalmOS, die Palm-Sparte PalmSource, wirkt sich Sonys Schritt unmittelbar aus, sagte der leitende Gartner-Analyst Todd Cort. So produziert nun PalmOne 90 Prozent aller mit PalmOS betriebenen Geräte - nur acht Monate, nachdem sich Palm in die Softwaresparte PalmSource und die Hardwareabteilung PalmOne geteilt hat, um die Unabhängigkeit der Geschäftsbereiche zu unterstreichen (Computerwoche.de berichtete). (lex)