Codename "NGP"

Sony stellt PSP-Nachfolger offiziell vor

27.01.2011
Sony will mit einer neuen mobilen Hochleistungskonsole und der Öffnung von Playstation-Spielen für Googles Betriebssystem Android verlorenen Boden im Spielemarkt zurückerobern.
Etwa so wird der PSP-Nachfolger aussehen.
Etwa so wird der PSP-Nachfolger aussehen.
Foto: Sony Computer Entertainment

Die neue Playstation Portable 2 kommt unter dem Codenamen NGP (Next Generation Portable Entertainment System) Ende dieses Jahres auf den Markt, gab Sony am Donnerstag in Tokio bekannt. Das ovale Gerät verfügt über einen fünf Zoll großen, berührungsempfindlichen OLED-Bildschirm, ein weiteres Multitouch-Pad auf der Rückseite der Konsole, Bewegungssensoren sowie jeweils eine Kamera auf beiden Seiten. Damit können Nutzer interaktiv mit Charakteren in 3D-ähnlicher Weise spielen. Der Preis für die NGP steht noch nicht fest.

Hinzu kommen zwei neuartige analoge Steuerknöpfe. Mit einem speziell für die NGP entwickelten Flash-Speicherchip mit höherer Speicherkapazität können Spiele direkt oder per Download aufs Geräte geladen werden. Mit dem Bildschirm und dem zusätzlichen Touchpad auf der Rückseite ermöglicht Sony Spieleentwicklern völlig neue Möglichkeiten. So lässt sich die Spielfläche durch Fingerdruck auf der Rückseite des Gerätes beliebig wölben. Oder auch Kletterbewegungen einer Figur lassen sich mit Hilfe des Touchpads realistisch darstellen. Spiele in 3D unterstützt die Konsole allerdings nicht.

Dafür kann die neue PSP 2 über das 3G-Netzwerk oder über Wi-Fi ins Netz gehen. Damit lassen sich künftig Spiele, die der Nutzer bislang auf einer PlayStation zu Hause spielt, ohne Unterbrechung unterwegs weiterspielen. Auch ortsbezogene Dienste lassen sich damit nutzen. Es läge nun an den Software-Entwicklern, die Möglichkeiten der Konsole zu nutzen, sagte Kazuo Hirai, Präsident von Sony Computer Entertainment, im Gespräch mit Journalisten. Von der Entwicklung der Software-Titel macht Sony letztlich den Verkaufsbeginn abhängig.

Zugleich öffnet sich der Elektronikriese im mobilen Spielemarkt für andere Plattformen. Neben Smartphones werden auch andere mobile Geräte wie Handys und Tablet-PCs, die auf Android basieren, künftig mit Playstation-Inhalten kompatibel sein, hieß es. Die Spiele werden über die neue "PlayStation Suite" angeboten und können auch auf einem offenen Betriebssystem laufen. Sony hatte bei mobilen Spielen bisher zwei Probleme: Zum einen punktet der japanische Rivale Nintendo mit seinen DS-Konsolen. Zuletzt litt Nintendo allerdings ebenfalls unter der wachsenden Konkurrenz. In den ersten neun Monaten des bis 31. März laufenden Geschäftsjahres verdiente das Unternehmen drastisch weniger als im Vorjahr. Nach einem Gewinnrückgang um 74 Prozent stutzte Nintendo am Donnerstag seine Prognose fürs laufende Quartal.

Außerdem machten zuletzt Smartphones wie das iPhone oder die Android-Handys der PSP von Sony Konkurrenz. Dies soll sich nun durch das neue System "Playstation Suite" ändern, das PSP-Inhalte mit Geräten auf Androidbasis verbindet. Damit erreiche Sony nicht nur weltweit mehr User, sondern eröffne auch Spieleentwicklern in aller Welt neue Geschäftsmöglichkeiten, teilte der Konzern mit. Nach unbestätigten Medienberichten hat Sony auch noch ein "PlayStation"-Phone im Köcher. Der Konzern wolle das Spiele-Handy der Marke Sony Ericsson im Februar vorstellen, hieß es. (dpa/tc)