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Sony ruft eigene Akkus zurück

17.10.2006
Der japanische Elektronik- und Medienkonzern Sony ruft erstmals selbst fehlerhafte Laptop-Akkus aus eigener Produktion zurück.

Sony kündigte am Dienstag den Rückruf von 60.000 Lithium-Ion-Akkus für PCs in Japan sowie weitere 30.000 in China an. Betroffen seien Laptops der Serie "Vaio". Grund für die Rückrufe sei die Gefahr einer Überhitzung. Insgesamt müssen damit bereits mehr als acht Millionen Sony-Akkus weltweit ausgetauscht werden.

Sony prüfe derzeit, wieviele weitere Akkus für Vaio-Laptops in anderen Teilen der Welt zurückgerufen werden müssen, teilte ein Sprecher mit. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Sony-Mitarbeiter berichtete, dürfte Sony am Ende etwa 250.000 Akkus für Vaios weltweit zurückrufen. Angesichts von rund drei Millionen weltweit verkauften Vaio-Computern nehme sich die Zahl der Produkte, die von der Rückrufaktion betroffen seien, deutlich niedriger aus als erwartet.

Die Lawine der Rückrufe war im August ins Rollen gekommen, als Dell 4,1 Millionen Akkus wegen Überhitzungs- und Feuergefahr zurückrief. Grund für die Rückrufe der Akkus sind Fehler in der Produktion. Sony trägt die Kosten für die Umtauschaktionen. Auch Apple, Hitachi, Fujitsu, Sharp und Lenovo hatten Batterien zurückgerufen.

Es gibt Spekulationen, wonach Sony in Folge der Rückrufserie seine Ertragsaussichten für das bis 31. März 2007 laufende Geschäftsjahr nach unten korrigieren könnte. Der Sprecher wollte keine Angaben zu den voraussichtlichen Kosten machen. Der Elektronikriese, der der weltweit zweitgrößte Hersteller von Lithium-Ion-Batterien nach Sanyo Electric ist, gibt seine Halbjahresbilanz am 26. Oktober bekannt.

Für das laufende Geschäftsjahr peilte das Unternehmen zuletzt einen operativen Gewinn von 130 Milliarden Yen (871 Mio Euro) an. "Wir befinden uns zur Zeit in einem Entscheidungsprozess, ob eine Revision des Jahresergebnisses notwendig ist", zitiert die Nachrichtenagentur "Bloomberg" einen Sony-Sprecher. Wie die japanische Zeitung "Nihon Keizai" berichtet, wollte das Unternehmen noch am Dienstag in einer Aufsichtsratssitzung mögliche Auswirkungen auf die Geschäftserwartung klären. (dpa/mb)