Trendwende in Sicht

Sony Ericsson macht wieder mehr Umsatz

16.07.2010
Beim Handybauer Sony Ericsson zeichnet sich eine Trendwende ab.
Sony-Ericsson-Chef Bert Nordberg
Sony-Ericsson-Chef Bert Nordberg
Foto: Sony Ericsson

Im zweiten Quartal konnte das Gemeinschaftsunternehmen von Sony und LM Ericsson dank teurerer Geräte den Umsatz seit langem wieder steigern. Die Erlöse stiegen, obgleich weniger Handys verkauft wurden als vor einem Jahr, wie aus der Mitteilung vom Freitag hervorgeht. Nach Angaben von Vorstandschef Bert Nordberg kamen besonders die im ersten Halbjahr 2010 neu auf den Markt gebrachten Smartphones gut an.

"Wir sind jetzt gut aufgestellt für langfristiges Wachstum", sagte Nordberg mit Blick auf die neuen Geräte. Weltweit versuchen Handyhersteller den Erfolg von Apples iPhone zu kopieren. Ob der Umschwung bei Sony Ericsson allerdings nachhaltig ist, muss sich in den nächsten Monaten erst noch zeigen.

Im zweiten Quartal legte der Umsatz von Sony Ericsson auf 1,757 Milliarden Euro von 1,684 Milliarden Euro im Vorjahr zu. Das entspricht einem Plus von vier Prozent. Im Vergleich zum üblicherweise schwachen ersten Quartal stiegen die Erlöse sogar um ein Viertel.

Gewinn pro Gerät steigt

Sony-Ericsson-Smartphone "Xperia X10 Mini Pro" (Fotos: Sony Ericsson)
Sony-Ericsson-Smartphone "Xperia X10 Mini Pro" (Fotos: Sony Ericsson)
Foto: Sony Ericsson

Dank des Smartphone-Booms verdiente Sony Ericsson im Schnitt am einzelnen Gerät mehr. Der durchschnittliche Preis je Gerät (Average Selling Price - ASP) kletterte auf 160 Euro, ein Plus von 31 Prozent zum Vorjahr und 19 Prozent zum Vorquartal. Gleichzeitig sank die Zahl der verkauften Geräte im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent auf 11 Millionen Stück. Gemessen am ersten Quartal war dies ein leichter Anstieg von 4 Prozent. Sony Ericsson hat zuletzt seine Produktpalette eingedampft, um Kosten zu sparen.

Mithilfe eines Sparprogramms will der Handyhersteller seine Kosten nun bis Ende 2010 um 880 Millionen Euro senken. Dafür wurde 4.000 Mitarbeiter gekündigt, zuletzt hatte Sony Ericsson 7.800 Mitarbeiter. Bislang hat der Konzernumbau 374 Millionen Euro gekostet, im zweiten Quartal waren es 32 Millionen Euro. Trotzdem schaffte es Sony Ericsson erneut einen schmalen Gewinn auszuweisen. Unterm Strich blieben 12 Millionen Euro nach einem Verlust von 213 Millionen Euro im Vorjahr.

Für den Rest des Jahres bleibt Sony Ericsson vorsichtig. Nach wie vor rechnet der Handyhersteller nur mit einem leichten Wachstum des weltweiten Markts für Mobiltelefone. Andere Prognosen sind optimistischer. Das Marktforschungsinstitut Gartner zum Beispiel erwartet ein Plus von 13 bis 15 Prozent. Marktführer Nokia rechnet mit einem Anstieg um zehn Prozent. (dpa/tc)