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Sonicblue beantragt Gläubigerschutz

24.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der finanziell stark angeschlagene US-Anbieter von Consumer-Electronic-Geräten Sonicblue hat Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursgesetzes beantragt und will sich von seinen drei Hauptgeschäftsbereichen trennen. Wie das kalifornische Unternehmen bekannt gab, hat die japanische D&M Holdings bereits eine unverbindliche Absichtserklärung über den Kauf der Bereiche um den digitalen Videorekorder "ReplayTV" und den MP3-Player "Rio" für 40 Millionen Dollar, abzüglich fünf Millionen Dollar Verbindlichkeiten, unterzeichnet. Außerdem ist geplant, die Sparte Govideo für rund 12,5 Millionen Dollar an Opta Systems zu veräußern. Die geplanten Verkäufe bedürfen allerdings noch der Zustimmung des Insolvenzgerichts.

Das Management habe eingesehen, dass der Verkauf der Bereiche an finanzkräftigere Unternehmen das Beste für Gläubiger und Angestellten sei, erklärte CEO Gregory Ballard. Sonicblue hatte am Donnerstag letzter Woche aufgrund hoher Abschreibungen und Restrukturierungskosten einen Jahresverlust von 106 Millionen Dollar bekannt gegeben. Das Unternehmen war unter anderem wegen seines digitalen Videorekorders in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Gerät ermöglicht es unter anderem, bei der Aufzeichnung von Fernsehprogrammen die Werbepausen herauszuschneiden. Im Jahr 2001 hatten daher zahlreiche Film- und Sendeanstalten einen Prozess gegen Sonicblue angestrengt. Sie wollten den Verkauf des digitalen Rekorders verbieten lassen, da dessen Gebrauch Urheberrechte verletze. (mb)