Erholung auf breiter Basis

Sommerhoch auf dem IT-Arbeitsmarkt

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Im Juni haben deutsche Arbeitgeber 4,5 Prozent mehr IT-Stellen ausgeschrieben als im Vormonat. Fast alle Branchen stellen wieder mehr ein.
Mit dem Sommer ist auch die positive Entwicklung auf dem IT-Arbeitsmarkt zurückgekommen.
Mit dem Sommer ist auch die positive Entwicklung auf dem IT-Arbeitsmarkt zurückgekommen.
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Nicht nur das sommerliche Wetter verbreitet gute Laune - auch der Arbeitsmarkt sorgt für eine positive Grundstimmung. Denn sowohl auf dem allgemeinen Stellenmarkt für Fach- und Führungskräfte als auch auf dem für IT-Experten sind deutliche Wachstumssignale sichtbar. 142.770 Positionen schrieben die Unternehmen aller Branchen im Juni aus, was einen Zuwachs von 6,4 Prozent gegenüber dem Mai bedeutet. Besonders erfreulich gestaltet sich das Bild, wenn man das aktuelle zweite Quartal mit dem des Vorjahres vergleicht. Um 20,5 Prozent mehr, das entspricht 382.874 Offerten, schalteten die Arbeitgeber in diesem Jahr als 2009.

In der IT waren es laut dem Berliner Dienstleister AnzeigenDaten, der im Auftrag der COMPUTERWOCHE 88 Printmedien und 16 Online-Jobbörsen auswertete, im Juni 13.047 Stellen (+4,5 Prozent). Vergleicht man nun die Zahlen des zweiten Quartals 2010 mit denen des Vorjahres sieht auch hier die Bilanz besser aus, der Zuwachs macht 6,8 Prozent aus (34.698 Stellen).

Die meisten IT-Jobs schreiben Personalvermittler im Auftrag ihrer Kunden sowie Zeitarbeitsfirmen aus. Sie boten zusammen 21,4 Prozent weniger Jobs an als im zweiten Quartal des Vorjahres. Aber immerhin entsprechen die 14.658 Offerten aus diesem Branchensegment einem Anteil von 42,2 Prozent aller IT-Jobs.

Mit dem Rückgang bilden die Dienstleister eher eine Ausnahme, denn in den meisten Branchen scheint die Krise allmählich überwunden zu sein, und die Personaler dürfen wieder einstellen. Die "Heimatbranchen" der IT-Experten gehen mit gutem Beispiel voran. So verzeichnen die Hardware- Elektro- und Nachrichtentechnikbranche ein Stellenwachstum von 37,2 Prozent auf 3182 freie Stellen und die Softwarehäuser ein Plus von 26,4 Prozent auf 3063 Offerten. Ähnlich positive Signale kommen auch aus dem Beratermarkt (Zuwachs von 36,4 Prozent) und der Telekommunikations- und Verkehrsindustrie, in der 68,8 Prozent mehr Jobs ausgeschrieben wurden als im Vorjahr. Richtig nach oben geschnellt sind die Offerten im Maschinenbau und im Fahrzeugwesen. Die Firmen haben wieder Tritt gefasst und stellen verstärkt ein. Bester Beweis ist die Zunahme um 156,5 Prozent auf 1421 Offerten im Maschinenbau und um 159,5 Prozent auf 1007 in der Fahrzeugindustrie.

Die meisten freien Stellen entfallen auf Bayern, das den Abstand zu den nächstplazierten Bundesländern in diesem zweiten Quartal deutlich vergrößert hat. 8749 Offerten kommen aus dem südlichsten Bundesland, was einem Zuwachs von 38,8 Prozent entspricht. Platz zwei belegt das zweite Bundesland aus dem Süden, Baden-Württemberg, das allerdings ein kräftiges Minus von 35,4 Prozent hinnehmen muss (5801 Offerten). Etwas geringer, rund zehn Prozent, fällt das Minus des Drittplatzierten, Nordrhein-Westfalen, (5686 Stellen) aus.

Platz vier belegt traditionell eine weitere IT-Hochburg - Hessen, das 4158 Stellen meldet, ein Zuwachs von rund 14 Prozent. Positive Nachrichten kommen auch von den Nächstplazierten Hamburg und Berlin, die ein Plus von 39,8 respektive 38,8 Prozent verzeichnen. Aufwärts, allerdings auf niedrigem Niveau, entwickelte sich der IT-Arbeitsmarkt in Niedersachsen, Sachsen und Thüringen.