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Solectron schreibt 3,1 Milliarden Dollar Verlust

20.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-amerikanische Auftragsfertiger von Elektronikkomponenten Solectron weitete seine Verluste im dritten Geschäftsquartal 2003 (Ende: 31. Mai) aus: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum kletterte das Nettodefizit von 284 Millionen Dollar auf 3,1 Milliarden beziehungsweise 3,74 Dollar pro Anteil. Das Ergebnis war von Einmaleffekten in Höhe von 2,8 Milliarden Dollar vor Steuern belastet. Außerdem schrieb das in Milpitas, Kalifornien, ansässige Unternehmen 223 Millionen Dollar Restrukturierungskosten ab. Diese Posten ausgeklammert, verbuchte Solectron ein Defizit von 79 Millionen Dollar oder zehn Cent pro Aktie. Der unter anderem für IBM, HP und Cisco tätige Konzern hatte zuvor lediglich ein Pro-forma-Minus zwischen einem und vier Cent je Anteil prognostiziert.

Der Umsatz lag mit 2,8 Milliarden Dollar im Rahmen der eigenen Erwartungen. Im Vorjahreszeitraum hatte Solectron allerdings noch Einnahmen von drei Milliarden Dollar erwirtschaftet. Ein Ende der Krise ist vorerst nicht in Sicht: Für das laufende Schlussquartal 2003 rechnen die Kalifornier mit 2,6 bis drei Milliarden Dollar Umsatz. Der Pro-forma-Verlust soll zwischen zwei und sechs Cent pro Aktie betragen.

Das Unternehmen leidet wie seine Auftraggeber unter der schwachen Nachfrage, gleichzeitig macht Solectron der Preisdruck von Konkurrenten wie Flextronics oder Sanmina-SCI zu schaffen. Als Konsequenz hatte der Konzern im März angekündigt, eine Reihe von Fabriken in Nordamerika und Europa zu schließen und den Großteil der Produktion in Billigländer zu verlagern. Dabei fallen rund 16 Prozent der insgesamt etwa 74.000 Arbeitsplätze weg (Computerwoche online berichtete). Presseberichten zufolge wurden im Berichtsquartal von den insgesamt 12.000 abzubauenden Stellen bereits 5.000 gestrichen. (mb)