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Solaris 10 lässt sich besser aufteilen

11.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Im dritten Quartal wird Sun Microsystems die neueste Version 10 seines kommerziellen Unix-Derivats "Solaris" herausbringen. Diese enthält erstmals die neue Technik "N1 Grid Containers". Damit lässt sich ein Server in mehrere, voneinander unabhängige Rechenumgebungen partitionieren, die sich gemeinsam eine Betriebssysteminstanz teilen. Die Technik wurde zuvor schon unter anderen Namen gehandelt - etwa "Solaris Trusted Containers" -, wird aber ab sofort unter der Systems-Management-Flagge N1 vermarktet.

Eine physikalische Partitionierung ist bei Suns Midrange- und Highend-Servern heute schon möglich. Dabei muss aber in jeder Partition eine eigene Betriebssysteminstanz laufen (und gepflegt werden). N1 Grid Containers erlaube es Kunden, auf einem Server bis zu 4000 Container zu installieren, erklärte Graham Lovell, Marketing-Chef für Solaris. Jeder Unterbereich verhalte sich wie eine individuelle Maschine und besitze beispielsweise eine eigene IP-Adresse. Anwendungen liefen innerhalb eines Containers abgesichert, so dass eventuelle Fehler isoliert blieben. N1 Grid Containers mache es außerdem einfacher, einer Anwendung bei Lastspitzen mehr Speicher und Bandbreite zuzuweisen.

Weitere Neuerungen in Solaris 10 dienen der Diagnose und Behebung von Fehlern, etwa "Dtrace" zum Aufspüren von Flaschenhälsen oder "Predictive Self Healing", das Speicher- und andere Fehler vorhersagen und umschiffen könne. Mittels "Solaris Privileges" kann ein Administrator eine Anwendung auf die Speicher-, I/O-Geräte und andere Ressourcen beschränken, die tatsächlich benötigt werden, um im Falle von Problemen wie Datenkorruption den Schaden zu begrenzen.

Viele der kommenden Features aus Solaris 10 können Kunden schon heute im Rahmen des "Software-Express"-Abonnements beziehen und vorab einsetzen. Damit sollen Anwender auf den Geschmack kommen, um beim Erscheinen des neuen Releases umzusteigen. "Weit mehr als die Hälfte der installierten Basis ist noch auf Solaris 8", erklärte Lovell. (tc)