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Solarheizungen: Deutscher Markt rückläufig

14.02.2008
Von pte pte
Am deutschen Solarmarkt ist das Geschäft mit Solarheizungen 2007 erstmals eingebrochen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 94.000 Solarthermieanlagen installiert, so Berechnungen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) http://www.solarwirtschaft.de . Dies entspricht einem Minus von rund 46.000 Anlagen gegenüber 2006, die neu installierte Kollektorfläche ging um 37 Prozent zurück. Die rückläufigen Verkaufszahlen führt der BSW unter anderem auf einen Modernisierungsstau bei Heizungsanlagen zurück.

Nach Angaben des BSW nutzen in Deutschland insgesamt sechs Prozent aller Wohngebäude Solarthermieanlagen, dies entspricht rund einer Mio. Haushalte. Neben den ausbleibenden Modernisierungen von alten Heizanlagen hätten auch Vorzieheffekte durch die Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 sowie ein Rückgang im Neubaubereich zu den schwachen Verkaufszahlen geführt. Anders als im vergangenen Jahr wurde 2006 noch ein Marktwachstum von knapp 60 Prozent in Deutschland verzeichnet. Für 2007 wurde ursprünglich weiteres Wachstum prognostiziert. Allein im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser, die das größte Einsatzgebiet von Solarwärmeanlagen darstellen, wurde von der Unternehmensberatung eclareon ein Absatzpotenzial von 200.000 Anlagen im Sanierungsbereich sowie von 50.000 Solarthermieanlagen im Neubausegment errechnet.

"Wir blicken verhalten optimistisch in das Jahr 2008. Die Talsohle sollte erreicht sein", so BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig gegenüber pressetext zur weiteren Entwicklung des deutschen Solarthermie-Marktes. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Ölpreise und den damit einhergehenden hohen Heizungskosten bestehe großer Modernisierungsdruck, zudem bietet das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien seit Anfang des Jahres verbesserte Förderkonditionen für Solarheizungen. Zudem wären derzeit über vier Mio. veraltete Heizkessel in Deutschland noch in Betrieb, hier rechnet man mit weiteren Investitionen für die Modernisierung der Anlagen. "Langfristig gehen wir davon aus, dass rund ein Drittel des Wärmebedarfs in Deutschland durch Sonnenergie gedeckt werden können", so Körnig. Im Gegensatz zum rückläufigen Solarthermiemarkt, legte die Nachfrage nach Solarstromanlagen 2007 um 30 Prozent zu. (pte)