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Softwareentwicklung: Der Offshore-Trend hält an

10.08.2007
Multisourcing, Offshoring und zunehmend strategische Anforderungen and den Provider prägen das Geschäft mit extern erbrachten Anwendungsservices.

Das Auslagern der Anwendungsentwicklung und –betreuung ist heutzutage gängige Praxis. Das legt zumindest eine Studie des Marktforschungsinstituts Aberdeen im Auftrag des auf diesen Bereich spezialisierten Outsourcing-Anbieters Epam nahe: Demnach haben 92 der befragten Firmen ihre Anwendungsentwicklung und -betreuung bereits an einen externen IT-Dienstleister vergeben.

Kostensenkung ist nach wie vor der Hauptgrund für die Verlagerung von IT-Aufgaben in Niedriglohnländer.
Kostensenkung ist nach wie vor der Hauptgrund für die Verlagerung von IT-Aufgaben in Niedriglohnländer.
Foto: Aberdeen Group

Von diesen Unternehmen nutzen wiederum 63 Prozent einen Offshore-Provider, der seinen Sitz mindestens vier Zeitzonen entfernt hat. Dabei beginnen sich neue Standorte zu etablieren. Auch wenn Indien nach wie vor als wichtigste Offshore-Region gilt: Osteuropa, Russland und Südostasien holen rasant auf.

Mit einer Antwortquote von 87 Prozent ist Kostensenkung nach wie vor das wichtigste Motiv für die Offshore-Aktivitäten der Anwender. An zweiter Stelle (61 Prozent) steht der Wunsch, zunehmend strategische Aufgaben an das eigene IT-Personal zu übertragen. Damit steigen wiederum die Anforderungen an den Provider - vor allem in Sachen Prozessoptimierung, der Dokumentierung von Arbeitsvorgängen sowie beim Einsatz von Best Practices.

Ein weiteres Ergebnis aus den Gesprächen mit mehr als 200 Anwenderunternehmen aus verschiedenen Branchen: Der Trend zum Auslagern einzelner Bereiche an mehrere IT-Dienstleister hält an. Mit dem so genannten Multisourcing kann ein erfahrener Outsourcing-Anwender seine Softwareentwicklung diversifizieren und dadurch eventuelle geopolitische Risiken der Zusammenarbeit mit nur einem Offshore-Unternehmen in nur einem Land reduzieren, meint Ralph Rodriguez, Senior Vice President bei Aberdeen: "Bei Offshore-Anbietern mit geographisch verteilten Entwicklungszentren fällt dieses Risiko geringer aus, damit bleibt aber auch weniger Spielraum beim Verhandeln neuer Vertragsbedingungen im Rahmen einer fortlaufenden Anwendungsentwicklung." (sp)