Computer Associates präsentiert neues Konzept:

Software-Wartung erfolgt in Eigenregie

27.03.1987

Online-Wartung im Do-it-yourself-Verfahren spart nicht unbedingt Geld - vor allem nicht, wenn zusätzlich zur notwendigen Software-Anschaffung Wartungskosten gezahlt werden. Trotzdem, so Wolfgang Rohrberg. Product Manager bei Computer Associates (CA) haben 40 von 2000 deutschen Kunden das System "Unicenter" des Anbieters aus Weiterstadt installiert.

Mit Hilfe eines zwischengeschalteten DOS-Mikros plus der auf Diskette gelieferten Software können die Anwender Herstellerangaben zufolge seit einem Jahr ihre CA-Mainframe-Software online und ohne menschliche Eingriffe warten lassen. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß vor ihnen schon einmal ein Kunde mit demselben Release des Produktes dasselbe Problem hatte. In diesem Fall liegt die Lösung auf einer in New York installierten Datenbank parat.

Das schnelle Wartungssystem funktioniert also nur, wenn das betreffende Problem bereits gelöst wurde. Vor allem bei aktuellen Releases kann der Service weitaus zeitaufwendiger werden. "Neue" Probleme müssen frei formuliert in die USA geschickt und dort in einer Mailbox abgelegt werden. An dieser Stelle ist dann der menschliche Experte unentbehrlich. Er analysiert den Fehler, sucht Möglichkeiten zur Beseitigung und schickt die Lösung zurück. Dieser Vorgang dauert nach Angaben von Rohrberg einige Tage.

Anschließend wird der "Präzedenzfall" in der mit dem relationalen DBMS-System "CA-Universe" erstellten Datenbank abgelegt. Gespeichert sind dort die Kunden samt den bei ihnen installierten Systemen sowie alle Releases der CA-Produkte.

Computer Associates bietet diesen Service nur für die eigene Software an, ebenso wie die IBM ihr vergleichbares, jedoch nicht vom Anwender selber zu nutzendes System. Laut Rohrberg kann die Dienstleistung auch nur von den Kunden in Anspruch genommen werden, die mit CA einen Wartungsvertrag abgeschlossen haben; das seien jedoch 97 Prozent der Mainframe-User.

Die Lizenzgebühren für die PC-Software betragen je nach Umfang der verwendeten Produkte von 100 000 bis etwa 400 000 Mark, wobei der Hersteller bei größeren Systemen Rabatt gewährt. Die Wartungskosten in Höhe von 12 Prozent des Kaufpreises monatlich muß der Kunde zusätzlich tragen. Befreit ist er davon lediglich im ersten Jahr nach der Installation sowie bei einem Leasingvertrag. Überdies müssen alle zu wartenden Produkte aufs neue installiert werden, was die Anwender zumeist selbst übernehmen.

Praktisch genutzt wird die Online-Wartung bislang lediglich von vier der 40 Kunden - und zwar erst seit zwei Monaten. Die zwischen Installationstermin und Ersteinsatz klaffende Lücke entsteht laut Rohrberg durch rein hardwarebedingte Anpassungsschwierigkeiten. Etwa eine Woche vor CeBIT-Beginn mußte sich das System nach Aussagen von Birgit Bamberg, Manager Marketing Services, zum ersten Mal bewähren.