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Software: Unverschämte Upgrade- und Download-Preise

08.10.2007
Treue Software-Kunden, die auf einen besonders günstigen Upgrade-Preis hoffen, können ihr blaues Wunder erleben. So zahlen sie etwa für ein Upgrade der Brenn-Software Nero mehr als für die Vollversion im Internet-Handel.

Mit günstigen Upgrade-Preisen und ähnlichem werben die Software-Firmen darum, dass sich ihre Kunden doch bitte registrieren mögen. Und auf ihren Web-Seiten versprechen sie dann, wie etwa der Hersteller der Brenn-Software Nero, der treuen Kundschaft "Hohe Sonderrabatte". Im konkreten Beispiel soll der Anwender für ein Upgrade von Nero 7 Premium auf das aktuelle "Nero 8" 47,99 Euro bezahlen, wenn er die Software als Download bestellt. Gegenüber einem Neukäufer spart der Kunde dabei, so suggeriert die Web-Seite, ganze 12 Euro gegenüber den 59,99 Euro für die Vollversion im Download. Doch die Sache hat einen Schönheitsfehler: Über Preismaschinen wie Geizhals ist die Vollversion bei Internet-Händlern bereits für 47,84 Euro zu finden. Und selbst bei Amazon, nicht unbedingt für seine Preisführerschaft bekannt, kostet die Vollversion lediglich 49,95 Euro.

Dass es auch anders geht, zeigt beispielsweise Hersteller Acronis. Das Unternehmen bietet seinen Kunden für ein Upgrade auf die aktuelle Version 11 der Backup-Software einen Rabatt von 20 Euro gegenüber der Vollversion an.

Preisrecherchen auf den Web-Seiten verschiedener Hersteller zeigen noch ein anderes Phänomen. Entscheidet sich der Kunde für den schnellen Software-Kauf per Download, so kann er nur selten mit einem Preisnachlass gegenüber der Boxversion rechnen. Obwohl dem Hersteller kein Aufwand für Datenträger, Verpackung etc. entsteht, berechnet er häufig die gleichen Preise. Adobe bringt sogar das Kunststück fertig, dass der Anwender für die Download-Version mehr bezahlen muss. So kostet beispielsweise die neue Suite "Photoshop Elements 6 & Adobe Premiere Elements 4" als Paket in der Vollversion 148,75 Euro (Versandkosten inklusive). Entscheidet sich der Kunde dagegen für den Download, dann berechnet ihm Adobe 151,25 Euro.

Warum in Zeiten, in denen alle Welt von Umweltschutz und Müllvermeidung redet, ein Software-Paket billiger ist als sein umweltfreundlicheres Download-Pedant, das bleibt wohl ein Geheimnis der Hersteller. (hi)