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Software beschleunigt Datennetze

11.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Siemens-Forscher gelang es in einem Laborversuch, die Transferrate von Datennetzen um 30 Prozent zu steigern, ohne dass sie Änderungen an der Infrastruktur vornehmen mussten. Hierzu entwickelten sie eine Software, um die Netzauslastung und damit den Datendurchsatz zu optimieren.

Die intelligente Software nutzt bewährte Technologien aus der Welt des Internet-Protokolls (IP). Wird beim Internet-Protokoll eine Verbindung zwischen Client und Server hergestellt, suchen sich die Datenpakete für jede neue Verbindung den besten Weg durch das weltweite Netz, wodurch eine optimale Auslastung erreicht wird. Das funktioniert dank internationaler Standardisierungen: Egal, von welchem Hersteller der Router ist, den die IP-Pakete passieren, ihr Aufbau ist immer gleich. "Die gleiche Technologie kann auch auf einer Ebene tiefer für mehr Flexibilität sorgen", so Andreas Iselt, Projektleiter für High Speed Networks bei Siemens Corporate Technology in München. Denn unter den IP-Verbindungen steckt die Ebene der so genannten Transportnetze, also physikalische Verbindungen wie Glasfaserleitungen. Auf dieser Ebene werden nicht nur IP-Datenpakete, sondern sämtliche Daten zu größeren Paketen zusammengefasst und über Backbone-Netze mit großer Bandbreite verschickt.

Bei den Transportnetzen gab es allerdings bisher zwischen den Geräten verschiedener Hersteller keine standardisierten Signalisierungsprotokolle. Die Folge für Netzbetreiber: Die Übergänge zwischen den Netzen unterschiedlicher Betreiber und zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller sind fest konfiguriert. Werden sie gerade nicht gebraucht, liegen die Netzressourcen brach.

Hier setzt nun die von Siemens entwickelte Software an, indem sie GMPLS-Protokolle (Generalized Multi-Protocol Label Switching) nutzt. Diese durch die ITU-T, IETF und OIF spezifizierten Protokolle sollen nun die Kompatibilität zwischen den Geräten verschiedener Hersteller gewährleisten. Auf diese Weise könnten sich die einzelnen Netzelemente automatisch untereinander über den Datenweg verständigen, so dass in Zukunft ein Verbindungsaufbau wie heute auf der IP-Ebene funktioniert. Durch diesen flexibleren Verbindungsaufbau ließen sich dann die vorhandenen Netzkapazitäten effizienter nutzen. (hi)