BPM

Software AG komplettiert ihre Prozessplattform

10.12.2010 | von Susanne Franke (Autor) 
Susanne Franke ist freie Fachjournalistin in München.
Bis zur CeBIT 2011 will der Hersteller eine vollständige Suite für das Management von Prozess-Lebenszyklen fertigstellen. Dazu zählen auch Stammdaten- und Complex-Event-Management.
Jeder Baustein lässt sich inklusive Repository (CentraSite) einzeln betreiben. Das Management von Prozess-Lebenszyklen setzt aber die gesamte Plattform voraus.
Jeder Baustein lässt sich inklusive Repository (CentraSite) einzeln betreiben. Das Management von Prozess-Lebenszyklen setzt aber die gesamte Plattform voraus.

Die Software AG werde für die Geschäftsprozesse das leisten, was andere Hersteller für Unternehmensanwendungen getan hätten, erklärte Wolfram Jost, Mitglied des SAG-Vorstands, kürzlich auf einer Kundenveranstaltung. "Wir werden in unserer Suite alle Komponenten zusammenfassen, die Unternehmen für den Lifecycle ihrer Unternehmensprozesse brauchen." Dieses ehrgeizige Ziel soll zur CeBIT 2011 laut Jost "in einem ersten Durchgang" erfüllt sein. Vor diesem Hintergrund ist natürlich "Integration" das Wort des Tages, und "der Prozess ist das verbindende Element", bekräftigte der Vorstand. Anwender können mit jedem einzelnen Baustein anfangen (der Enterprise Service Bus ist immer dabei), doch nur alles zusammen ergibt den großen Sinn.

Bereits Anfang des Jahres hatte die Software AG die Integrationsszenarien für die Produktlinien von IDS Scheer mit Webmethods angekündigt. Model-to-Execute, die Überführung von Aris-Modellen in die Ausführungsebene von Webmethods, hat nun zusätzlich ein so genanntes Governance-Prozessmodell erhalten, das die Transformation steuert und somit das Repository CentraSite stärker in den Prozess einbindet. Auch wird die Komponente die Notationssprache BPMN 2.0 vollständig in beide Richtungen unterstützen.

Ereignisse steuern den Prozess

Ferner vervollständigen Process-Intelligence- und andere Architekturkomponenten die Plattform für Complex Event Processing (CEP). "Ein Prozess besteht aus einer Kette von Funktionen, die über Ereignisse oder Events gesteuert werden", erläutert Jost. "Deshalb ist das Event-Management ein Kernelement der Prozesssteuerung." Dabei wertet eine CEP-Engine eine Vielzahl von Ereignissen aus den verschiedenen Systemen, Datenbanken oder Applikationen in Echtzeit aus und startet dann eine Aktion. Die auch als Correlation Engine bezeichnete Technik, die die Software AG mit der Marburger Firma RTM gekauft hat, soll das Herzstück bilden.

Als weitere Komponenten entwickelt der Anbieter einen Event Store für das Speichern der Ereignisse sowie für Reporting, Data Mining und die Historienanalyse. Die Darstellung der Analysen übernimmt ein Dashboard. Laut Software AG soll sich das eigene CEP-System dadurch von der Konkurrenz unterscheiden, dass es die Beschreibung von Ereignistypen und die Definition von Korrelationsregeln vereinfacht. Wichtiger als die Stand-alone-Fähigkeit der CEP-Technik ist allerdings ihre Integration in Prozesse, und zwar bereits während der Modellierungsphase sowie anschließend, wenn es um die Ausführung innerhalb der BPM-Engine geht. Nur auf diese Weise ist die Möglichkeit gegeben, sehr schnell auf Ereignisse im Prozess zu reagieren, so Jost.

Schließlich gehört zum End-to-End-Prozess-Management noch das Master-Data- Management (MDM), das nicht in den jeweiligen Anwendungen vonstatten gehen sollte, sondern zentral als Querschnittsprozess. Hierfür wurde das Unternehmen Data Foundations übernommen, das die Prozessplattform der Darmstädter um ein integriertes MDM erweitert. (ue)

Social-Media-Strategie

Die Erfahrungen, die die Software AG und IDS Scheer mit ihrer Online-Collaboration-Plattform "ArisAlign", einer Kombination aus "Aris Express" und der BPM-Plattform "Alignspace", sammeln konnten, sollen künftig als Kommunikationsfunktionen in die Process-Management-Plattform einfließen. Datenarchitekten, Entwickler und Prozessmodellierer benötigen ein Forum, um dort gemeinsam die jeweiligen Probleme zu lösen. Interne Collaboration soll im nächsten Jahr hinzukommen, und zwar nach dem Muster der Elemente und Foren, die man aus Facebook kennt.

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