Zweifel an Prognose

Software AG enttäuscht Erwartungen im Auftaktquartal

23.04.2009
Die Software AG hat im ersten Quartal beim Lizenzumsatz stagniert und die hohen Erwartungen am Markt enttäuscht.

"Nach mehreren starken Quartalen hatte der Markt gehofft, die Software AG gehe unbeschadet durch die Krise", sagte Analyst Raimo Lenschow von der Banc of America. Auch die von Finanzvorstand Arnd Zinnhardt bekräftigte Jahresprognose werde nun angezweifelt. Die Aktie brach trotz eines Umsatz- und Gewinnanstiegs im ersten Quartal um 13,60 Prozent auf 49,00 Euro ein und war am Vormittag die mit Abstand schwächste Aktie im TecDAX. Der Index lag indes nur um 0,63 Prozent im Minus.

Arnd Zinnhardt, Finanzchef der Software AG
Arnd Zinnhardt, Finanzchef der Software AG
Foto: Software AG

Zinnhardt trübte die Stimmung, indem er vor einem weiterhin schwierigen Marktumfeld warnte. "Das zweite Quartal wird über dem ersten Quartal liegen", sagte Zinnhardt der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. "Das liegt an saisonalen Faktoren. Das Marktumfeld wird aber nicht besser. Die Vorsicht der Kunden wird uns durch 2009 begleiten."

Zinnhardt bekräftigte indes die Prognosen ohne Einschränkungen. Trotz des erwarteten Rückgangs der IT-Ausgaben wollen die Darmstädter den Umsatz zwischen vier und acht Prozent steigern. Dabei soll das Stammgeschäft Software für Großrechner (ETS) zwischen vier und sechs Prozent wachsen, die Integrationssoftware webMethods zwischen vier und zehn Prozent. Bei der EBIT-Marge peilt die Software AG 24,5 bis 25,5 Prozent an.

Brasilien

Hoffnungen setzt Zinnhardt auf das Brasiliengeschäft. Nachdem die Darmstädter dort 2008 den von ihrem jahrelangen externen Vertriebspartner das Geschäft übernommen haben, setzten sie dort auf einen Schlag 40 Millionen Euro um. "In diesem Jahr sollen es 50 Millionen Euro werden. Möglich sind dort zwischen 75 und 100 Millionen Dollar." Der Fokus liege derzeit noch klar bei ETS. Später kommt das Cross-Selling von webMethods. Daraufhin will die Software AG auf Neukundenjagd gehen. Für Japan sieht Zinnhardt eindeutige Verbesserung, obgleich sie nicht so stark ausfallen dürften wie in Brasilien.

Wartung

Der Erfolg bei der Wartung im ersten Quartal stammt von beiden Produktgruppen. ETS erhöhte den Wartungsumsatz um 21 Prozent, webMethods um 28 Prozent. Ausschlaggebend war, dass sich ETS angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs stabil hält. Ungeachtet der Krise kamen zum Jahresende nicht Kündigungen oberhalb der fünf Prozent. Das heißt 95 Prozent der Kunden verlängern. Besonders stark war der Zugewinn an Wartungsgeschäft in Brasilien. Auf Preiserhöhungen geht der Anstieg nicht zurück. "Es wäre kein smarter Move, vom Mainframe-Markführer IBM abzuweichen und nach oben auszubrechen."

Erstes Quartal unter den Erwartungen

Die Software AG blieb im ersten Quartal trotz eines Umsatz- und Gewinnanstiegs unter den Erwartungen. Zwischen Januar und Ende März erhöhte sich der Umsatz dank der starken Stammsparte ETS und des wachsenden Wartungsgeschäfts von 159,4 auf 165,3 Millionen Euro. Damit blieb das Unternehmen allerdings leicht unter den Erwartungen, da Analysten im Schnitt 175 Millionen Euro erwartet hatten. Der Produktumsatz aus Lizenzen und Wartung stieg von 114,8 auf 122,5 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte von 36 auf 38,1 Millionen Euro zu. Beim Überschuss verbesserte sich die Software AG von 22,5 auf 25,6 Millionen Euro. (dpa/tc)