Prognose bestätigt

Software AG dank Vertriebsoffensive für webMethods mit starken Zahlen

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Die Software AG hat 2008 der Krise wegen des hohen Wachstums mit der Integrationssoftware webMethods und des Einstiegs in Brasilien bislang getrotzt.

Für 2009 bekräftigte Unternehmenschef Karl-Heinz Streibich seine Prognose eines währungsbereinigten Umsatzanstieges zwischen vier und acht Prozent. Die EBIT-Marge soll nach 25,1 Prozent 2008 zwischen 24,5 und 25,5 Prozent liegen, sagte Streibich der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX am Dienstag. Er sieht die Software AG gut auf die Krise vorbereitet. "Wir haben in den vergangenen Jahr die Effizienz immer weiter gesteigert", sagte er. Eine harte Kostenkur sei nicht nötig.

Karl-Heinz Streibich, Chef der Software AG
Karl-Heinz Streibich, Chef der Software AG

An der Frankfurter Börse sprang die Aktie um 7,16 Prozent auf 42,20 Euro an. Dank niedriger Kosten schlug der Umsatzanstieg klar auf den Gewinn durch, schrieben Analysten von Merrill Lynch. Außerdem zeigten sie sich beeindruckt von der Stärke des webMethods-Geschäfts, das zuvor beim Vertrieb außerhalb Amerikas unter Anlaufschwierigkeiten gelitten hatte.

Auch Streibich zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung von webMethods. Die Integrationssoftware legte bei Lizenzen im Gesamtjahr um 49 Prozent zu. Nach dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte sei Streibich aber weiterhin auf der Suche nach Übernahmen. Um 2011 das Ziel der Umsatzmilliarde zu erreichen, setze er auf Innovation, Partnergeschäft, Expansion und Zukäufe. "Wir sind da in einem laufenden Prozess drin", sagte er.

Fokus auf Cross-Selling

In Brasilien, wo die Darmstädter den Vertrieb 2008 in die eigenen Hände genommen haben, setzten sie demnach 39 Millionen Euro um und übertrafen damit das eigene Ziel von 30 Millionen Euro. In diesem Jahr wolle Streibich diesen Umsatz mindestens halten. Wachstumstreiber war dort ETS. Nun wolle die Software AG diesen Kunden auch webMethods verkaufen. Dieses "Cross-Selling" ist für dieses Jahr Programm auf der ganzen Welt. Streibich richtet den Blick auf die Intensivierung des Vertriebs, um die Integrationssoftware webMethods an den Kundenstamm für die Großrechnersoftware ETS zu verkaufen. Für dieses "Cross-Selling" bestehe in den mehr als 70 Ländern, in denen die Software AG engagiert ist, noch viel Potenzial.

Im vierten Quartal legte der Lizenzumsatz, wichtigster Indikator für die Geschäftsentwicklung, den Angaben zufolge von 79,8 Millionen Euro vor einem Jahr auf 87,5 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem stagnierenden Lizenzumsatz gerechnet. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz auch dank stark ausgeweiteter Wartungsaktivitäten von 186,5 auf 212,4 Millionen Euro. Im Gesamtjahr schraubte das im TecDAX notierte Unternehmen den Umsatz von 621 auf 720,6 Millionen Euro herauf. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern erhöhte sich von 137 auf 180,5 Millionen Euro. (dpa/tc)