Echte Alternative zu Microsoft

Softmaker Office 2008 - Büropaket ohne Schnickschnack

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Mit der Version 2008 liefert das Nürnberger Softwarehaus erstmals ein zu Powerpoint kompatibles Präsentationsprogramm sowie einen VBA-kompatiblen Basis-Skript-Editor aus. Zudem wurden Duden-Wörterbücher eingebaut.

Alternativen für das Office-System von Microsoft gibt es einige. Zu den wenigen kostenpflichtigen Paketen zählt "Office 2008" von Softmaker aus Nürnberg (rund 70 Euro). Es verfügt über eine Textverarbeitung ("Textmaker") und Tabellenkalkulation ("Planmaker"). Neuerdings gibt es auch ein Präsentationsprogramm ("Presentations") sowie mit "Basicmaker" eine einfache Entwicklungsumgebung.

Presentations erinnert stark an Powerpoint von Microsoft, wobei der Funktionsumfang insbesondere in Sachen Animation nicht mit dem aktuellen Produkt aus Redmond mithalten kann. Zum Gestalten von Hintergründen, Zeichnen von Diagrammen sowie zum Einbetten von Filmen und Tönen reichen die Mechanismen aber vollauf.

Editor für Basic-Skripte

Mit Basicmaker kann man Basic-Skripte schreiben, die als Zusatzbausteine das Office-System ergänzen beziehungsweise Abläufe von Programmen steuern, die zu VBA (Visual Basic for Applications) kompatibel sind. Makros aufnehmen lassen sich damit jedoch nicht. Die Basic-Umgebung steht nur der Windows-Version der Software zur Verfügung, nicht aber unter den anderen von Softmaker unterstützten Plattformen Linux, Pocket PC beziehungsweise Windows CE. Gleiches gilt für den Formeleditor und die "Softmaker Application Shell" ("Smash"). Letztere bietet als System-Tray-Icon unter anderem Shortcuts zur Netzwerkumgebung, dem Desktop, zu den "Eigenen Dateien" und zur Systemsteuerung.

Eine weiterer Zusatzbaustein versteckt sich im Programmmenü: Die Installationsroutine, um Softmaker Office 2008 auf einem USB-Stick zu installieren.

Duden-Wörterbücher

Des Weiteren liefern die Nürnberger ihre Software nun mit elektronischen Ausgaben des Fremdwörter- und des Universalwörterbuchs der Duden-Redaktion aus. Zu markierten Wörtern findet die Software auf Knopfdruck Erläuterungen aus den Standardwerken. Auf die Rechtschreibfunktion hat die Ergänzung hingegen keine Auswirkungen. Sie wurde laut Hersteller lediglich in Details erweitert. Schon der Vorgänger Office 2006 beherrschte die neuen Rechtschreibungsregeln.

Dudenwörterbücher dienen dem Anwender als Nachschlagewerk.
Dudenwörterbücher dienen dem Anwender als Nachschlagewerk.

Alle Softmaker-Programme arbeiten mit eigenen Dateiformaten, können aber auch Microsoft-Formate einlesen sowie Inhalte darin speichern, allerdings nur bis Office 2003. Eine umfangreiche Excel-Tabelle mit vielen Formeln ließ sich ohne Probleme bearbeiten und war danach auch im Microsoft-Programm noch zu gebrauchen. Ebenso kam Textmaker mit einem Schriftstück klar, bei dem in Word mit der Änderungsverfolgung Streichungen und Einfügungen farblich gekennzeichnet waren. Auch hier klappte der Austausch zwischen Programmen reibungslos.

Anwender können Office-Formate als Standard vorgeben. Speichern lassen sich Texte und Tabellen außerdem für Unix- und DOS-Systeme sowie Unicode. Planmaker erzeugt aus Tabellen darüber hinaus HTML-4.0-Inhalte sowie Dbase-Dateien.

OpenDocument und PDF

Hinzugekommen ist das Standardformat "OpenDocument" sowie eine Exportfunktion, die Texte, Tabellen und Präsentationen in das Portable Document Format (PDF) verwandelt.

Das Textsystem verfügt über eine simple, auf Dbase basierende integrierte Datenbank, mit der sich beispielsweise Kontakte speichern und abrufen lassen. Gedacht ist dies für Serienbriefe beziehungsweise das Erzeugen von Formularen.

Menüs und Dialoge sind schlicht und daher übersichtlich. Zumindest die Basisfunktionen finden Anwender schnell, die mit Microsoft Office vertraut sind. Ansonsten führen integrierte Hilfen weiter. Auf die ist man angewiesen, da das beigelegte Handbuch nicht alle Themen behandelt. Beispielsweise findet der Anwender die Basic-Syntax des Basicmaker nur in elektronischer Form vor.

Die Benutzerführung hat der Anbieter im aktuellen Release kaum verändert. Zu den bereits bekannten und weiterhin verfügbaren praktischen Details zählt beispielsweise ein Button für den direkten Faxversand eines Schriftstücks. Einscannen lassen sich Dokumente ohne Umwege über den Menüpunkt "Holen ...", der in allen Programmmodulen verfügbar ist. Auf die Idee, eine in anderen Office-Programmen selbstverständliche Druckvorschau zu integrieren, kamen die Softwarespezialisten hingegen erst jetzt.

Die neue Komponente Presentations bietet Funktionen für das Gestalten von Bildschirmpräsentationen, die für viele Anwender völlig ausreichen dürften.
Die neue Komponente Presentations bietet Funktionen für das Gestalten von Bildschirmpräsentationen, die für viele Anwender völlig ausreichen dürften.

Programmupdates bietet der Hersteller auf seiner Website an. Dort gibt es auch ein Support-Forum. Hilfestellung für Anwender mit Kundennummer leistet Softmaker entweder per Telefon (normale Festnetznummer) oder per E-Mail.

Fazit

SoftMaker Office 2008 dürfte für einen großen Teil der Anwender ausreichend sein. Dies trifft allerdings auch auf die kostenlosen Office-Programme zu. Zu den Pluspunkten des Applikationspakets aus Nürnberg zählen die übersichtliche Bedienung und die klare, nicht überfrachtete Menüführung. Da die Software Mircosoft-Formate verarbeiten kann, muss man auch beim Informationsaustausch kaum Kompromisse eingehen. Wer auf modern gestaltete Oberflächen Wert legt, dürfte von Softmaker wenig begeistert sein. Der Hersteller hat das Programmpaket durch das Präsentationsmodul, den Basis-Editor und die Wörterbücher aufgewertet, nicht jedoch den Preis erhöht.

Verzichten müssen Anwender natürlich auf zahlreiche Office-Add-ins von Drittherstellern sowie die Integration in diverse Geschäftsapplikationen, denn in der Regel konzentrieren sich die Softwarehäuser darauf, das Office-Paket von Microsoft einzubinden.