Open-Source-Rückblick für KW 40

SoftMaker 2012 für Linux, openSUSE für ARM und LibreOffice 3.6.2

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die KDE- und LibreOffice-Teams haben Wartungs-Versionen ausgegeben. SoftMaker bietet besonders günstige Versionen für Schüler und Studenten an.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in der 40. Kalenderwoche. Mit SoftMaker Office können Sie unter Linux problemlos Microsoft-Office-Dokumente öffnen und weiterbearbeiten. Mit Calibre 0.9 können Sie Dokumente drahtlos auf Android-Geräte übertragen.

openSUSE hat einen Release-Kandidaten von Version 12.2 für ARM ausgegeben und einen ersten Meilenstein der kommenden Version 12.3 veröffentlicht. The Document Foundation gibt Bugfix-Version von LibreOffice 3.6.x aus. Mit dem kostengünstigen Raspberry Pi lässt sich offensichtlich auch hervorragend Bier brauen. Cinnarch kombiniert Cinnamon mit Arch Linux.

SoftMaker 2012 für Linux

Die Nürnberger Software-Schmiede SoftMaker hat das gleichnamige Office-Paket in Version 2012 für Linux ausgegeben. Die Software verwendet nun auch bei 64-Bit-Systemen die eingestellten Bildschirmfarben und -schriften. Das gilt für KDE, GNOME oder Unity. Des Weiteren hat die Bürosoftware Zugriff auf alle CUPS-Drucker.

SoftMaker 2012 für Linux kann, wie die Windows-Version, Microsoft-Office-2010-Dateiformate öffnen und bearbeiten. Dass SoftMaker Microsoft-Formate besonders gut unterstützt ist bekannt. Wer also nahtlosen Zugriff auf DOCX, XLSX oder PPTX unter Linux braucht, sollte sich SoftMaker Office 2012 für Linux genauer ansehen.

In Sachen Open Document Format (ODF) hinkt man allerdings etwas hinterher. Mit .ods-Dateien kann das Programm umgehen, aber .ods wird zum Beispiel nicht unterstützt. Dafür kann die Tabellenkalkulation PlanMaker mit Datenkonsolidierung umgehen und ist bei benutzerdefinierten Zahlenformatierungen nun komplett zu Excel kompatibel.

SoftMaker Office 2012 ist die perfekte Brücke zwischen Linux und der Microsoft-Office-Welt. Wer eine frühere Version besitzt, kann für 39,95 Euro aktualisieren. Neue Versionen schalgen mit 69,95 Euro zu Buche. Die Windows- und Linux-Version gibt es für 129,95 Euro und Schüler und Studenten können SoftMaker 2012 für Linux für 19,95 Euro erwerben. SoftMaker stellt auch Demo-Versionen zur Verfügung. Damit lässt sich die Software 30 Tage kostenlos testen.

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RC: openSUSE 12.2 für ARM und Milestone 0 von 12.3

Ab sofort gibt es einen ersten Veröffentlichungs-Kandidaten von openSUSE 12.2 für ARM. Genau gesagt wird ARM Version 7 unterstützt und man konzentriert sich derzeit auf den Cortex-A-Prozessor (ARMv7). Ob man alle v7 SoCs unterstützen wird, will man nicht garantieren. Auf alle Fälle funktioniert das Betriebssystem mit den Geräten Texas Instruments OMAP3 & OMAP4, Marvell ArmadaXP 510 und Freescale I.MX51. Weitere Informationen finden Sie auf einer speziell geschaffenen Wiki-Seite zu diesem Thema und in der Ankündigung.

Ebenso wurde ein Meilenstein von der kommenden openSUSE-Version 12.3 mit der Nummer Null zur Verfügung gestellt. Der Ausgabeplan steht zwar noch nicht ganz, aber die Entwicklung ist bereits in vollem Gange. Diese Testversion enthält unter anderem KDE 4.9, Linux-Kernel 3.6 und OpenJDK 1.7.0.6. Sie finden ISO-Abbilder im Entwickler-Bereich der Projektseite.

Calibre 0.9

Eine der interessantesten Neuerungen von Calibre 0.9 ist, dass man die Software nun drahtlos mit Android kommunizieren kann. Es ist laut Aussage der Entwickler genauso, als wäre das Gerät via USB mit dem Rechner verbunden. Sie brauchen dafür lediglich die App Calibre Companion.

Des Weiteren wurden Verbesserungen bei E-Book-Reader vorgenommen. Dieser schneidet zum Beispiel Texte nicht mehr ab, sondern kann sauber mit den Abständen oben und unten umgehen. Ebenso kann Calibre 0.9 mit Amazons neuem KF8-Format umgehen. Spalten lassen sich nun einfärben und Calibre kann nun einen Ordner überwachen. Sollte Sie dort Dokumente hinkopieren, werden diese automatisch in die Bibliothek aufgenommen.

Die Installation unter Linux ist relativ einfach. Für Ubuntu 12.10 "Quantal Quetzal" steht ein PPA zur Verfügung.

Wartungs-Versionen: LibreOffice 3.6.2 und KDE 4.9.2

The Document Foundation hat eine Wartungs-Version von LibreOffice zur Verfügung gestellt. In Ausgabe 3.6.2 wurden keinen neuen Funktionen implementiert. Die Entwickler haben lediglich diverse Fehler ausgebessert. Wie üblich gibt es die neueste Version der freien Bürosoftware-Sammlung für Windows, Linux und Mac OS X im Download-Bereich der Projektseite.

Auch die KDE-Entwickler haben eine Punkt-Ausgabe der aktuellen KDE-Version ausgegeben. Hier gibt es ebenfalls keine Neuerungen und die Etnwickler haben sich auf das Ausmerzen von Problemen konzentriert. Sie finden Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Cinnarch 2012.10.01

Cinnarch ist eine auf Arch Linux basierende Distribution, die den GNOME-Shell-Fork Cinnamon als Desktop-Umgebung mit sich bringt. Wie die Basis auch, ist dies eine so genannten Rolling Distribution. Theoretisch müssen Sie nur einmal installieren und bekommen dann ein Leben lang Updates.

Einen grafischen Installations-Assistenten bietet Cinnarch derzeit noch nicht. Für die Kommandozeile gibt es einen. Unter anderem liefert das Betriebssytem per Standard Linux-Kernel 3.5.4 und Chromium 22 mit aus. Arch Linux ist bekannt dafür, immer sehr schnell die neuesten Software-Pakete auszuliefern. Wer die durchaus ansprechende Kombination ausprobieren möchte, kann sich ISO-Abbilder im Download-Bereich der Projektseite besorgen.

Open-Source-Brauerei: Raspberry Pi als Vergärungs-Kontroller

Ein findiger Bierliebhaber hat ein Raspberry Pi so umgebaut, dass sich das Gerät zusammen mit einem Arduino zum Bier brauen eignet. Dass kommerzielle Brauereien Raspberry Pis für Automatismen einsetzen, sei bekannt. Bisher hätten aber alle auf Eigenlösungen gesetzt.

BrewPi wurde nun komplett als Open-Source veröffentlicht. Der Entwickler erklärt, welche Komponenten er verwendet hat und bittet die Community um Hilfe, das Projekt weiter zu entwickeln und beim erweitern des Wiki. Vielleicht gibt es nächstes Jahr auf der Wiesn ein BrewPi-Zelt, das dann Open-Gerstensaft verkauft. (ph)