ERP-Software und Integration

SoftM und Comarch betätigen sich als EDI-Outsourcer

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Der Hersteller von ERP-Software SoftM und dessen Konzernmutter Comarch bieten EDI-Kommunikation als Dienstleistung. Die Firmen versprechen, damit kostengünstiger zu sein als EDI-Inhouse-Lösungen.

Die EDI-Lösung "ECOD" sorgt laut Anbieterangaben für einen Nachrichtenaustausch zwischen Unternehmen über EDI-Formate. ECOD existiert bereits seit dem Jahr 2000 und wurde anfangs für das Handelsunternehmen Ahold entwickelt, um zahlreiche Lieferanten des niederländischen Handelskonzerns per EDI anzubinden. Mittlerweile nutzen 11.000 Firmen in 28 Ländern die Dienste, vielfach sind das Handelsketten und deren Zulieferer. Der polnische IT-Konzern Comarch entwickelt die Kommunikationsplattform und betreibt diese in eigenen Rechenzentren.

Anbindung Semiramis und SoftM Suite

Nun wollen SoftM und Comarch ECOD vermehrt an ERP-Kunden vertreiben. Eine entsprechende Integration der "SoftM Suite" und "SoftM Semiramis" ist bereits realisiert. Laut SoftM haben ERP-Anwender - viele aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche nach kostengünstigen EDI-Systemen gefragt. Grundsätzlich können auch Nutzer anderer ERP-Programme an ECOD angebunden werden.

ECOD vermittelt EDI-Formate zwischen den Anwendungen der Marktteilnehmer.
ECOD vermittelt EDI-Formate zwischen den Anwendungen der Marktteilnehmer.

War EDI für Firmen bisher meist damit verbunden, eine eigene Software zu betreiben und diese mit den jeweiligen Marktteilnehmern zu verbinden, wollen offenbar immer mehr Unternehmen die Kommunikation an Outsourcer auslagern, die über das Internet erreichbar sind. Die Dienstleister nehmen Geschäftsinformationen der Kunden entgegen, wandeln sie auf ihrer Plattform in das gewünschte Format um und versenden es an den Empfänger. Die Umwandlung wird vor allem dann anspruchsvoll, wenn verschiedene Formate, Länder und Steuergesetze zu berücksichtigen sind. Nach den Worten von SoftM liegen die Kosten für den EDI-Transfer via ECOD deutlich unter denen einer im eigenen Hause betriebenen EDI-Software.

Gebühr pro EDI-Beleg

Für die Dienste entrichtet der Kunde eine Gebühr pro Beleg, die bei etwa 17 Cent liegt. Je nach Volumen kann dieser Preis noch sinken. Einrichtungsgebühren etwa für neue EDI-Formate fallen laut Anbieter nicht an. Auch sei eine Anbindung an die jeweilige Geschäftsanwendung ohne Aufwand möglich. Daneben besteht die Möglichkeit, Anwender über ein Lieferantenportal an EDI-Prozesse anzubinden, ohne dass Softwaresysteme direkt gekoppelt werden. Hierfür zahlen Firmen 16 Euro pro Monat.

Der Anbieter will bestehende EDI-Systeme bei Kunden ersetzen sowie Neukunden gewinnen, die EDI-Kommunikation benötigen. Einige Firmen sehen in EDI einen Weg, Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten, anderen bleibt kaum eine Wahl: Nach Angaben des Softwarehauses zwingen manche Handelsketten ihre Lieferanten zum EDI-gestützten Datenaustausch. Vetrieben wird ECOD von SoftM und Comarch direkt sowie über die SoftM-Semiramis-Partner.

Zu den via EDI zwischen Firmen ausgetauschten Geschäftsdokumenten zählen Bestellungen, Lieferavis und Rechnungen. Für den elektronischen Rechnungsaustausch hält ECOD entsprechende Funktionen zur Belegarchivierung sowie zur Unterschrift von Rechnungen elektronischer Signatur bereit. Beides ist erforderlich, um Forderungen auf komplett digitalem Wege rechtskonform abzuwickeln.