RPG-Code wird auf Windows NT/2000 und Linux transformiert

Soft M will seine AS/400-Nische verlassen

01.12.2000
MÜNCHEN (CW) - Der Mittelstandsanbieter Soft M will in einem Jahr auch eine ERP-Software auf Windows NT und später für Linux anbieten. Die Codebasis bleibt aber die AS/400-Programmiersprache RPG. Das Programm wird auf die neuen Plattformen migriert.

Um neue Kunden für seine ERP-Software zu gewinnen, öffnet das auf mittelständische Fertigungs- und Handelsunternehmen spezialisierte Softwarehaus Soft M, München, sein Produkt auch anderen Betriebssystem-Welten. Im vierten Quartal 2001 soll mit "Financials" das erste Modul der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware auf Windows NT/2000 bereitgestellt werden. 2002 folgen dann die restlichen Komponenten, zum Beispiel für die Fertigung und das Kundenbeziehungs-Management. In dem Jahr soll es dann auch eine Linux-Version geben. Als Datenbanken kommen Microsofts "SQL Server" und Oracle-Produkte zum Einsatz.

Einen Großteil des Portierungsaufwandes hat Soft M schon mit der Entwicklung seiner neuen Benutzeroberflächen für Windows- und Web-Clients geleistet. Diese werden auch als Frontend für die neuen Versionen genutzt. Dank einer XML-basierten Kommunikations-Schnittstelle ist der Einsatz mit anderen Server-Betriebssystemen kein Problem. Allerdings muss der Anwender sich entscheiden, ob er Windows oder Web-Clients benutzt, da die unternehmensspezifischen Maskendefinitionen in unterschiedlichen Repositories hinterlegt sind.

Damit seine Software auch unter anderen Betriebssystemen läuft, transformiert Soft M sie mit Hilfe eines Tools. Die Codebasis bleibt also weiterhin RPG. Der Tool-Hersteller liefert aber auch eine neue Entwicklungsumgebung, die die Programmierung modernisieren soll.

Mit den zusätzlichen Betriebssystem-Versionen ändert Soft M den Namen seiner ERP-Software in "Soft M Suite" - je nach Ausführung 400, Win und Lux. Für die Migration auf die neuen Plattformen wird es Werkzeuge geben. Der Wechsel auf die Soft M Suite 400 ist über die Pflege abgedeckt. Mit der Windows-Version soll vor allem Neugeschäft gemacht werden. 2002 rechnet Soft M mit einem Umsatzanteil im zweistelligen Prozentbereich durch NT.