1991 - eine Ewigkeit ist das her

Social Media - eine Entwicklung verändert die Welt

Jan-Bernd Meyer betreut als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" ist Meyer zuständig. Inhaltlich betreut er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.   
Heute ist klar: Social Media kann Gesellschaften ebenso auf den Kopf stellen wie Geschäftsprozesse radikal ändern. Einen Weg zurück gibt es nicht.

Im Januar 1991 wird Helmut Kohl vom ersten gesamtdeutschen Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Am gleichen Tag beginnt die Befreiung Kuwaits. Im April wird der Vorsitzende der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, in seiner Wohnung ermordet. Im Juni bricht auf der philippinischen Insel Luzon der Vulkan Pinatubo aus. Der Bundestag beschließt den Umzug von Bonn nach Berlin. Im Juli wird der Warschauer Pakt aufgelöst. Im Oktober wird Zagreb von Serbien bombardiert. Im Dezember hört die Sowjetunion offiziell auf zu bestehen.

Am 6. August 1991 passiert noch etwas von historischer Bedeutung. Tim Berners-Lee schreibt eine Nachricht mit dem Hinweis auf eine Download-Adresse an die Newsgruppe alt.hypertext. In der weist er darauf hin, dass der CERN-httpd-Web-Server auch als Web-Schnittstelle eingesetzt werden kann, um Inhalte frei zugänglich zu machen. Damit ist das Internet geboren.

Drei Jahre später etabliert sich der erste Blog. 13 Jahre nach Berners-Lee geht das Plaudernetz Facebook für den Hausgebrauch an der Harvard-University an den Start - angeblich mit Ratschlägen, wie man Kommilitoninnen angräbt. Dann geht es Schlag auf Schlag: Flickr, YouTube, Tumblr folgen.

Heute können sich Digital Natives nicht mehr vorstellen, wie sie ihr (Online-)Leben ohne diese sozialen Medien organisieren sollen.

Am 17. Dezember 2010 verbrennt sich der tunesische Gemüsehändler Mohammed Bouazizi vor der Stadtverwaltung von Sidi Bouzid selbst. Fotos davon gehen über Twitter, Facebook und auf Blogs um die Welt. Die tunesische Revolution nimmt ihren Lauf. Weitere werden folgen. Social Media ist zur Plattform, zum Sprachrohr für die Weltöffentlichkeit geworden. Aber auch für Unternehmen. Die merken zusehends, wie mächtig dieses Werkzeug ist - diese öffentliche Ansprache, mit der sich in Sekundenschnelle all die Menschen da draußen erreichen, emotionalisieren und als Kunden anfixen lassen.

Heute ist klar: Social Media kann Gesellschaften ebenso auf den Kopf stellen wie Geschäftsprozesse radikal ändern. Einen Weg zurück gibt es nicht. (jm)