Gartner

Social-Collaboration-Vorhaben sind zu oft ziellos - und scheitern

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Inzwischen setzen nach Angaben der Marktforschungs- und Beratungsfirma Gartner 70 Prozent der Unternehmen "soziale" Technologien ein - allerdings allzu oft vergeblich.

Und zwar deswegen, weil sie ihr Social-Collaboration-Vorhaben nicht planvoll angehen, sondern einem Worst-Practice-Ansatz getreu dem Motto "Provide and Pray" (etwa "Hinstellen und Beten") folgen, der nur in zehn Prozent der Fälle erfolgreich verlaufe.

"Ohne ein gut ausgearbeitetes und überzeugendes Ziel werden die meisten Social-Media-Initiativen keinen Mehrwert fürs Geschäft erbringen", sagt der Gartner-Analyst Anthony Bradley. "Bei Provide and Pray setzt man den Leuten Social-Collaboration-Technik vor die Nase und betet, dass dabei etwas Gutes herauskommt - zum Beispiel dass sich eine Community bildet und die Interaktion der Teilnehmer einen natürlichen Mehrwert schafft." Das sei aber nur in einem Zehntel der Fälle so, weil die Organisation oft keinen überzeugenden Grund vorgegeben habe, aus dem sich eine Community bilden und Mitarbeiter motivieren könne, ihre Zeit und ihr Wissen beizusteuern.

Firmen träfen in puncto Collaboration zu oft eine reine Plattformentscheidung, so Gartner, statt eine Lösung für ein spezifisches Geschäftsproblem anzustreben oder den Weg zu einem erklärten Ziel aufzuzeigen. Letztere, wünschenswerte Vorgehensweisen sehen die Experten im Übrigen als sinnvolle Aufgabe für sogenannte Enterprise Architects.